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    Risale-i Nur lesen -Zwanzigster Brief - Formel der Einheitsbekenntnis

    Zwanzigster Brief - Formel der Einheitsbekenntnis

    »Im Namen dessen, der gepriesen sei! Und es gibt wahrlich kein Ding, das Ihn nicht in Dankbarkeit preist.« »Im Namen Gottes, des Erbarmens, des Barmherzigen.« »Es gibt keinen Gott (ilah) außer Gott (Allah). Er ist der Einzige, Er hat keinen Partner. Ihm ist das Reich und Ihm gebührt der Dank. Er gibt das Leben und den Tod. Er ist der Lebendige. Nicht stirbt Er. Alles Gute liegt in Seiner Hand und Er ist aller Dinge mächtig und bei Ihm ist unsere Bestimmung.«



    Dieser Satz, dessen Wiederholung nach dem Morgen und Abendgebet sehr viel Segen bringt, der die Einheit Gottes ausdrückt, und der nach einer zuverlässigen Überlieferung (des Propheten; rivayeti sahiha) die höchste Stufe des Gewaltigen Namens Gottes (ismi 'adham) in sich enthält, besteht aus elf Worten. In jedem seiner Worte liegt sowohl eine frohe Botschaft, als auch eine Stufe zur Einheit (Tauhid) in Seiner Herrschaft, wie auch die Größe und die Vollkommenheit Seiner Einheit (Vahdet) in Seiner Allgegenwart um Seines gewaltigen Namens willen. Wir überlassen die Erklärung dieser großen und erhabenen Wahrheit anderen »Worten (Abhandlungen)« und wollen hier wegen eines Versprechens kurz zusammengefasst eine sinngemäße Wiedergabe des Inhaltes in zwei »Kapiteln« und einer »Einführung« geben.
    Einführung

    Wisse mit Sicherheit: Das höchste Ziel der Schöpfung und die erhabenste Frucht der Natur ist der Glaube an Gott. Die erhabenste Stufe der Humanität und der Menschheit höchster Rang (maqam) liegt in der Gotteserkenntnis, die aus dem Glauben an Gott erwächst. Überaus strahlende Glückseligkeit und süßeste Gnadengabe für Dschinnen und Menschen liegt in der Gottesliebe, die in der Gotteserkenntnis liegt. Die reinste Freude für die Seele (ruh) und ungetrübter Frohsinn für das Herz des Menschen liegt in dem Wohlgeschmack des Geistes, der in der Gottesliebe liegt.
    In der Tat liegt alle wahre Glückseligkeit, reine Freude, angenehmer und ungetrübter Genuss mit Sicherheit in der Gotteserkenntnis und der Gottesliebe. Eines kann ohne das andere nicht sein. Wer Gott den Gerechten kennt und liebt, empfängt ohne alle Grenzen Glückseligkeit, Gnadengeschenke, Licht und (die Erkenntnis) der Geheimnisse entsprechend seinen Fähigkeiten oder Taten. Wer Ihn nicht wirklich kennt und liebt, muss hingegen physisch wie psychisch Qualen, Leiden und Sorgen ohne alle Grenzen erfahren.
    Ein Mensch in dieser (von Katastrophen) geschüttelten Welt, unter dem ratlosen Menschengeschlecht, der in diesem seinem fruchtlosen Leben, so herrenlos, schutzlos, schwach und besitzlos, zwar der König der ganzen Welt wäre, was könnte es ihm bringen? So kann denn, wenn ein Mensch unter diesem ratlosen Menschengeschlecht, in dieser (von Katastrophen) geschüttelten Welt seinen Herrn nicht fände, seinen Meister nicht kennte, jeder verstehen, in was für einem Zustand heilloser Verwirrung er sich dann befindet. Wenn er seinen Herrn erkannt, seinen Meister gefunden hat, so kann er jederzeit zu Seiner Barmherzigkeit Zuflucht nehmen und sich auf Seine Macht stützen. Dann verwandelt sich diese öde Welt für ihn in einen Ausflugsort (zu dem er aus dem Paradies gekommen ist) und einen Marktplatz (an dem er seinen Handel für das Jenseits betreibt).

    Benzer Konular
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  2. #2
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    Cevap: Risale-i Nur lesen -Zwanzigster Brie f - Formel der Einheitsbekenntnis

    Zwanzigster Brief - Formel der Einheitsbekenntnis (Botschaft der Einheitsbekenntnis)


    Erstes Kapitel
    In jedem der Elf Wörter dieses Satzes, die das »Wort der Einheit (Tauhid)« formen, liegt eine frohe Botschaft. Und in jeder Botschaft liegt eine Genesung und in jeder Genesung eine innere Freude.

    Erstes Wort:
    In dem Wort


    »Es gibt keinen Gott außer Allah!«



    »La ilaha illa'llah« liegt folgende frohe Botschaft: Die Menschenseele (ruh), die grenzenlos vielen Bedürfnissen verfallen und den Angriffen von grenzenlos vielen Feinden ausgesetzt ist, findet in diesem Wort den Punkt, von dem aus sie um Hilfe bitten kann, der ihr das Tor zur Schatzkammer der Barmherzigkeit öffnet, die all ihre Bedürfnisse zu decken vermag, und sie findet darin den Stützpunkt, der ihr ihren Angebeteten und Schöpfer, der der Herr über die absolute Macht ist, die ihr Sicherheit vor allem Übel ihrer Feinde gewährt, zu verstehen gibt und ihr bekannt macht. Es zeigt ihr ihren Herrn und verweist darauf, wer ihr König ist. Dieser Hinweis befreit das Herz von ihrer vollständigen Einsamkeit und die Seele (ruh) von zerstörender Trauer und verschafft ewige Freude und bleibenden Frohsinn.

    Zweites Wort:


    »Er ist ein einziger.«



    »Vahdahu«, in diesem Wort liegt eine heilende, glückliche, frohe Botschaft. Es ist dies wie folgt: Die Menschenseele und das Menschenherz, die mit den meisten Arten im Kosmos verbunden sind und durch diese Verbundenheit bis zum Ersticken ins Elend und in Verwirrung geraten, finden in dem Wort


    »Er ist ein einziger.«



    »Vahdahu« eine Burg und ihre Rettung, so dass sie aus aller Verwirrung und allem Elend befreit werden. Das heißt:


    »Er ist ein einziger.«



    »Vahdahu« sagt sinngemäß: Gott ist einer. Mach dir nicht solch vergebliche Mühe, indem du dich anderen Dingen (außer Gott) zuwendest. Verpflichte dich ihnen nicht zur Dankbarkeit, indem du sie anbettelst. Unterwirf dich ihnen nicht, indem du ihnen hinterher läufst. Zittere nicht vor ihnen in deiner Angst. Denn: Der König des Kosmos ist einer. Die Schlüssel aller Dinge liegen bei Ihm. Die Zügel aller Dinge liegen in Seiner Hand. Alles geschieht durch Seinen Befehl. Findest du Ihn, so hast du alles gefunden, was du wünschst und dich vor grenzenlos vielen Dankesschulden und Ängsten gerettet.


    Drittes Wort:


    »Er hat keinen Partner.«



    »La scharika lahu«, das heißt: So wie Seine Gottheit und Seine Herrschaft keinen Teilhaber kennt, so kann es Gott nur in der Einzahl, nie in der Mehrzahl geben. Genauso braucht Er auch bei der Erschaffung (aller Dinge), der Versorgung (aller Lebewesen), und der Ausführung (all Seiner Pläne) keinen Teilhaber. Manchmal geschieht es, dass der König zwar nur einer ist, es in seiner Herrschaft auch keine Teilhaberschaft gibt, die Beamten aber in der Ausführung (seiner Pläne) sich als seine Teilhaber zählen und verhindern, dass ein jeder (frei und ungehindert) vor ihn hin treten kann. Sie sagen: »Du musst auch bei uns vorsprechen!« Gott der Gerechte, der der König aller Ewigkeiten ist, der keinen Teilhaber in Seiner Herrschaft kennt, braucht auch bei der Ausübung Seiner Herrschaft keine Helfer und keine Teilhaber. Ohne Seinen Befehl und Seinen Willen, ohne Seine Macht und Seine Kraft kann kein Ding an keinem Ding etwas bewirken. Jeder kann sich unmittelbar an Ihn wenden. Da Er keinen Teilhaber und keine Helfer hat, wird dem Mann, der sich an Ihn wenden will, nicht gesagt: »Das ist verboten. Du darfst nicht vor Ihn hin treten.« So bringt denn jedes Wort für die Menschenseele folgende frohe Botschaft:
    Die Menschenseele, die den Glauben mit ihren Händen ergriffen hat, kann ohne Hindernis, ohne Einmischung, ohne Sperre, ohne Widerstand, in jeder Lage, für jeden Wunsch, in jeder Zeit, an jedem Platz, in die Audienz des majestätischen Schönen, vollkommen Allmächtigen, der alle Ewigkeiten und die Schatzkammern der Barmherzigkeit besitzt und Herr über die Schätze der Glückseligkeit ist, treten und ihre Bedürfnisse vortragen. Indem sie Seine Barmherzigkeit findet und sich auf Seine Macht stützt, kann sie vollkommene Freude und Frohsinn erlangen.
    Viertes Wort:


    »Sein ist das Reich.«



    »Lahul'mulk«, das heißt: Das ganze Reich ist Sein Eigentum. Du bist sowohl Sein Eigentum. Ihm gehört, was du hast und was du bist, die Arbeit, die du verrichtest und der Platz, an dem du arbeitest. So verkündet dieses Wort eine solche heilende Botschaft und sagt dir: Oh Mensch! Halte dich nicht selbst für dein Eigentum. Denn du kannst dich selbst nicht verwalten. Diese Bürde ist dir zu schwer. Allein kannst du dich nicht schützen. Vor Unglücken kannst du dich nicht behüten und die elementaren Notwendigkeiten nicht herbeischaffen. Daher verfalle nicht unnötig in Sorge und quäle dich nicht! Das Reich gehört einem anderen. Jener Eigentümer ist sowohl allmächtig als auch barmherzig. Verlasse dich auf Seine Macht und bezweifele nicht seine Barmherzigkeit. Lass die Sorgen los und fühle dich wohl. Wirf die Mühsal von dir weg und finde zur Freude.
    Darüber hinaus besagt es: Diese Welt, die du in deinem Inneren liebst und dich mit ihr verbunden fühlst, über deren desolaten Zustand du traurig bist und der du doch nicht helfen kannst, ist das Eigentum des barmherzigen Allmächtigen. Vertraue dieses Gut Seinem Eigentümer an. Überlass es Ihm! Ziehe nicht Anstrengung und Qual daraus, sondern Freude. Er ist sowohl der Weise als auch der Barmherzige. In Seinem Reiche verfügt Er nach Seinem Wohlgefallen, lenkt und leitet es, so wie Er es will. Im Moment des Schreckens sage wie Ibrahim Hakki »Wollen wir doch einmal sehen, was der Herr macht und wie schön Er es macht.« Beobachte doch einmal vom Fenster aus und begib dich nicht hinein in die Dinge.
    Fünftes Wort:


    »Sein ist der Dank.«



    »Lahul'Hamd«, das heißt: Alles Lob, Preis und Dank gehört und gebührt Ihm. Also sind die Gnadengeschenke von Ihm und kommen aus Seiner Schatzkammer. Was aber die Schatzkammer betrifft, so ist sie immer vorhanden. Nun bringt dieses Wort eine frohe Kunde und sagt dir:
    Oh Mensch! Gräme dich nicht, wenn Geschenke verfallen. Denn die Schatzkammer der Barmherzigkeit erschöpft sich nicht. Denke nicht an das Ende der Freude und klage nicht über dein Leid. Denn dieses Geschenk ist die Frucht einer unendlichen Barmherzigkeit. Solange noch der Baum lebt, gibt es immer wieder eine neue Frucht an Stelle der vorangegangenen. Wenn du in deiner Freude über ein Gnadengeschenk in Dankbarkeit an deine Freude über diese Gunst Seiner Barmherzigkeit denkst, welche eine noch hundert Mal größere Freude mit sich bringt, kannst du deine Freude mit einem Mal noch hundertfach steigern. Wie das Geschenk eines Apfels, welches ein ruhmreicher König dir macht, dich die Freude Seiner königlichen Huld erleben läßt, die die Freude über den Geschmack eines Apfels hundert, ja tausend Mal übersteigt, so öffnet dir das Wort


    »Sein ist der Dank.«



    »Lahul'Hamd«, das heißt mit Lob und Dank, d. h. indem du in der Gabe, in dem Geschenk die Schenkung verspürst, in ihr seinen Geber erkennst, und an die Gunst Seiner Barmherzigkeit denkst, d.h. an die Zuwendung Seiner Liebe und an die Fortdauer Seiner Schenkung, das Tor zu einer inneren Freude, die die Freude über das Geschenk tausendfach übersteigt.


    Sechstes Wort:


    »Er belebt.«



    »Yuhyi«, das heißt: Derjenige der das Leben gibt, ist Er. Derjenige, der das Leben durch Versorgung fortsetzt, ist auch Er. Derjenige, der die Bedingungen für das Leben gewährleistet, ist wiederum Er. Die hohen Ziele des Lebens gehören Ihm und die bedeutenden Ergebnisse sind auf Ihn hin ausgerichtet. Neunundneunzig Prozent seiner Frucht gehören Ihm. Also ruft jenes Wort dem vergänglichen und schwachen Menschen, von weitem folgendermaßen zu, bringt ihm die frohe Botschaft und sagt:
    Oh Mensch! Mühe und plage dich nicht, die schwere Last des Lebens auf deine Schultern zu nehmen! Verfalle nicht in Trübsal, wenn du an das Vergehen des Lebens denkst. Bereue nicht, dass du in die Welt gekommen bist, wenn du nur ihre irdischen und unbedeutenden Früchte siehst. Vielmehr gehört die Lebensmaschine in dem Schiff, das dein Körper ist, dem Aussichselbstbestehenden und Lebendigen (Hayy ve Qayyum). Er deckt alle Ausgaben und sorgt für alles Lebensnotwendige. Dieses Leben kennt sehr viele Zielsetzungen und (ebenso viele) Ergebnisse und Sein sind sie alle. Du bist nur ein Steuermann auf diesem Schiff. Versieh deine Aufgabe gut, dann nimm deinen Lohn und danach ruh dich aus! Denke daran, wie kostbar dieses Lebensschiff ist, welch schönen Nutzen es bringt, wie gastfreundlich und barmherzig der Herr ist, der der Eigentümer dieses Schiffes ist, freue dich, danke und verstehe, dass alle Ergebnisse, die dieses Schiff erbringt, in gewisser Weise in das Buch deiner Taten eingetragen werden und dir das Leben geben und sichern, das dir für die Ewigkeit bleibt und dauert, wenn du deine Aufgabe aufrichtig erfüllst.

    Siebentes Wort:


    »Und Er gibt den Tod.«



    »Wa yumit«, das heißt: Derjenige, der den Tod gibt, ist Er, d.h.: Er entbindet dich von der Aufgabe deines Lebens, tauscht deinen Platz in dieser vergänglichen Welt und befreit dich von den Anstrengungen deines Dienstes. Das heißt: Er versetzt dich aus dem vergänglichen Leben ins ewig bleibende Leben. Dieses Wort ruft den Menschen und Dschinnen mit lauter Stimme zu und sagt:
    Gute Nachricht für Euch! Der Tod ist keine Hinrichtung, er ist nicht das Nichts, kein Verwehen und Vergehen, kein Ende, keine ewige Trennung, keine völlige Leere, kein Zufall, kein Abbruch ohne einen, der wieder aufbaut, im Gegenteil: er ist eine Entlassung durch einen allweisen und allbarmherzigen Schaffer (fa'il), ein Platzwechsel. Er ist ein Transport zur ewigen Glückseligkeit, zu Eurer eigentlichen Heimat. Er ist ein Tor, (hinter dem die Menschen) zusammenkommen, um (hinüber zugehen) in die Welt des Zwischenreiches (Bersah), ein Versammlungsort für Neunundneunzig Prozent Eurer Freunde.

    Achtes Wort:


    »Und Er ist der Lebendige, der nicht stirbt.«



    »Wa huva hayyulla yamut«, das heißt: Der unvergängliche Angebetete (Ma'budu Lamyesal), der immerwährende Geliebte (Mahbubu Layesal), der Schönheit (Djemal), Vollkommenheit (Kemal) und Güte (ihssan) besitzt, die unendlich hoch über aller Vollkommenheit, Schönheit und Güte steht, die in allem Sein der ganzen Schöpfung sichtbar wird und Anlass zur Liebe ist. Ein einziger Funke Seiner Schönheit ist genug für alle Geliebten. Sein immerwährendes Leben reicht von Ewigkeit zu Ewigkeit. Es ist rein von allem Unrat des Zerfalls und der Vergänglichkeit, ungetrübt von allen Störungen, verursacht durch Fehler und Mängel. So macht also dieses Wort allen Menschen und Dschinnen, allen, die über ein Bewusstsein verfügen, und allen (Gott)liebenden bekannt:
    Gute Nachricht für Euch! Ihr habt einen Geliebten, der euch ewig bleibt, der die Wunden der grenzenlos vielen Trennungen von eurem Geliebten heilt und mit Salbe bestreicht. Weil es Ihn aber gibt und da Er für ewig bleibt, soll euch kein Kummer quälen, was immer auch geschehen mag. Vielmehr sind die Schönheit und die Güte, die edlen Vorzüge und die Vollkommenheit, die der Grund eurer Liebe zu euren Geliebten ist, nur der Schatten eines überaus schwachen Schattens des Abglanzes ewiger Schönheit, der die vielen Schleier des Geliebten durchdringt, der für ewig bleibt. Ihr Untergang soll euch nicht verletzen. Denn sie sind eine Art Spiegel. Der Wechsel dieser Spiegel erneuert und verschönert die prachtvolle Erscheinung Seiner Schönheit. Ist Er aber da, so ist alles da.

    Neuntes Wort:


    »In Seiner Hand ist das Gute.«



    »Biyedihil'hayr«, das heißt: Alle Wohltaten liegen in Seiner Hand. Alles, was ihr Gutes tut, wird auf Seinem Konto gebucht. Alle guten Taten, die ihr verrichtet, werden bei Ihm registriert. Dieses Wort ruft also den Menschen und Dschinnen zu und verkündet ihnen frohe Botschaft. Es sagt:
    Oh ihr Hilflosen! Wenn ihr auf den Friedhof umzieht, sollt ihr nicht verzweifeln und wehklagen: »Oh weh! Unser Besitz wurde zerstört, und unsere Arbeit wurde zunichte. Wir sind aus dieser schönen und weiten Welt heraus und in jene enge Erde hineingekommen.« Denn alles was euch gehört, wird für euch aufbewahrt. Alle eure Taten wurden aufgezeichnet. Alle eure Dienste wurden eingetragen. Der majestätische Herr, der eure Dienste belohnen wird und in dessen Hand alles Gute liegt und der alle Wohltaten hervorzubringen weiß, nimmt Euch hinweg und lässt euch vorübergehend unter der Erde verweilen. Dann lässt er euch in Seine Audienz bringen. Welch ein Glück für euch, dass ihr eure Dienste und eure Aufgaben zu Ende gebracht habt. Eure Mühe ist zu Ende und ihr geht in Seine Ruhe und Barmherzigkeit ein. Dienst und Anstrengung sind beendet und ihr geht, euren Lohn zu empfangen. Mit Sicherheit wird der majestätische Allmächtige, der die Samenkerne und Körner aufbewahrt, die die Seiten des Buches der Taten des vergangenen Frühlings und die kleinen Speicher seiner Dienste sind, und in dem kommenden Frühling überaus prachtvoll, ja hundertfach ertragreicher als den ursprünglichen Kern wieder aufkeimen lässt und ausbreitet, auch die Ergebnisse eures Lebens genauso aufbewahren und eure Dienste in Überfülle belohnen.

    Zehntes Wort:


    »Und Er ist aller Dinge mächtig.«



    »Wa huva ala kulli shay'in qadier«, das heißt: Er ist der Eine in Seinem Herrschaftsbereich und in Seinem Wesen. Er ist aller Dinge mächtig. Nichts fällt Ihm schwer. Die Erschaffung eines Frühlings ist Ihm so leicht wie die Erschaffung einer Blume. Die Erschaffung des Paradieses ist Ihm so leicht wie die Erschaffung eines Frühlings. Die grenzenlos vielen Kunstwerke die Er an jedem Tag, in jedem Jahr und in jedem Jahrhundert von Grund auf neu erschafft, bezeugen mit unendlich vielen Zungen Seine unendliche Macht. Auch dieses Wort bringt eine gute Nachricht. Es sagt:
    Oh Mensch! Die Dienste, die du versiehst, und die Anbetung Gottes, die du verrichtest, ist nicht vergeblich. Ein Ort der Belohnung, ein Land der Glückseligkeit sind für dich bereitgestellt. Anstelle dieser deiner vergänglichen Welt erwartet dich ein ewig bleibendes Paradies. Glaube an das Versprechen des majestätischen Schöpfers, den du anbetest, und den du erkennst, und verlass dich darauf. Es ist Ihm unmöglich, Seinem Versprechen entgegengesetzt zu handeln. Seine Macht kennt in keiner Hinsicht irgend eine Unvollkommenheit. In Seiner Tätigkeit kann eine Schwäche nicht aufkommen. Wie Er deinen Garten erschafft, so vermag Er auch das Paradies für dich zu erschaffen und hat es sogar erschaffen und es dir versprochen. Da Er es dir versprochen hat, wird Er dich auf jeden Fall auch dahin bringen.
    Nun aber ist es ganz offensichtlich, dass in jedem Jahr mehr als dreihunderttausend Arten und Völker unter den Tieren und Pflanzen auf der Erde in vollkommener Ordnung und Wohlausgewogenheit, in höchster Geschwindigkeit und mit vollendeter Leichtigkeit wieder versammelt und verbreitet werden. Mit Sicherheit ist einer, der in Seiner Majestät so allmächtig ist (dies alles zu bewirken), auch dazu in der Lage, Sein Versprechen einzulösen. Da also nun ein so absolut Allmächtiger in jedem Jahr tausenderlei Musterbeispiele der Wiederversammlung und des Paradieses erschafft, und da Er nun einmal durch alle Seine vom Himmel herab gesandten Erlasse die ewige Glückseligkeit verspricht und das Paradies verkündet, und da alle Seine Ausführungen und Handlungen nun einmal wahr und wirklich, aufrichtig gemeint und ernst zu nehmen sind, und da alle Vollkommenheit (soweit wir sie wahrnehmen können) nun einmal durch das Zeugnis Seiner Werke auf Seine unendliche Vollkommenheit (jenseits unseres Fassungsvermögens) hinweisen und für sie Zeugnis ablegen und es bei Ihm keinerlei Fehler und Mängel gibt, und da als hässlichste Eigenschaften, als Fehler und Mängel gelten, nicht zu seinem Wort zu stehen, es zu brechen, zu lügen und zu täuschen, wird dieser Allmächtige in Seiner Majestät, der Allweise in Seiner Vollkommenheit, der Allbarmherzige in Seiner Schönheit mit Sicherheit und in jedem Fall Sein Versprechen einlösen, die Pforte zur ewigen Glückseligkeit öffnen und euch, oh Ihr Leute des Glaubens, ins Paradies, in die ursprüngliche Heimat eures Vaters Adam führen.

    Elftes Wort:


    »Und zu Ihm ist unsere Bestimmung.«



    »Wa ilaihil'masier«, das heißt: Die Menschen, die für Geschäft und dienstlichen Auftrag mit wichtigen Aufgaben in diese Welt, an diesen Ort der Prüfung, gesandt werden, und ihr Geschäft abgeschlossen, ihren Auftrag erfüllt und ihren Dienst vollendet haben, werden wieder zu dem majestätischen Schöpfer, der sie gesandt hat, zurückkehren und sich mit ihrem gastfreundlichen (keriem) Herrn begegnen. Das heißt: Sie verlassen diesen vergänglichen Ort und werden mit der Gegenwart Seiner Hoheit an dem ewig bleibenden Ort beehrt. Das heißt: Sie befreien sich von dem Gewirr aus (bewirkenden) Ursachen und von dem verfinsternden Schleier aus (bewirkenden) Mitteln und werden sich mit dem allbarmherzigen Herrn am Sitz Seines ewigen Königreiches ohne alle verschleiernde (Mittel und Ursachen) treffen. Jeder wird unmittelbar (und ganz) persönlich den kennen lernen, der sein Schöpfer, Angebeteter, Versorger, Herr und Besitzer ist, und Ihn finden. Nun bringt dieses Wort eine solch frohe Botschaft, wie sie über jeglichen frohen Botschaft steht. Und sie besagt:
    Oh Mensch! Weißt du eigentlich, wohin du gehst? Und wohin du geführt wirst? Du gehst in das Land der Barmherzigkeit und in die Gegenwart des majestätischen Schönen (Djemil), dessen Schönheit eine Stunde zu schauen nicht einmal einem tausendjährigen Leben im Paradies gleichkommt, wo eine einzige Stunde im Paradies zu leben aber nicht einmal einem glücklichen Leben von tausend Jahren auf Erden gleichwertig ist, wie bereits am Schluss des
    Zweiunddreißigsten Wortes gesagt wurde. Was die Schönheit und Vollkommenheit allen Seins auf Erden und derer, in die ihr verliebt und denen ihr verfallen seid, und nach denen ihr sehnsüchtig verlangt, betrifft, so sind sie eine Art Schatten der Erscheinung Seiner Schönheit und kommen von der Vollkommenheit Seiner Namen. Das ganze Paradies ist mit all seinen Feinheiten eine Erscheinung Seiner Barmherzigkeit. Was all die Arten von Liebe und Begeisterung, Zuneigung (des Schülers) und Anziehungskraft (des Lehrers) betrifft, so sind sie ein Funke Seiner Liebe. Ihr geht zu dem immerwährenden Angebeteten, dem für ewig Geliebten in das Land Seiner Gegenwart. Und ihr werdet eingeladen in das Paradies, wo Sein ewiges Gastmahl ist. Daher sollt ihr durch das Tor des Grabes nicht weinend gehen, sondern in Heiterkeit. Außerdem bringt dieses Wort folgende frohe Botschaft. Es besagt:
    Oh ihr Menschen! Ihr sollt euch nicht vorstellen und nicht denken, dass ihr in die Vergänglichkeit, in das Nichts, in die Verlorenheit, in die Finsternis, in die Vergessenheit, in die Verwesung, in die Auflösung, geht, oder in der Vielfalt (der Ursachen) ertrinken werdet! Ihr geht nicht in die Vergänglichkeit (fena), sondern in die Beständigkeit (beqa), werdet nicht in das Nichts, das Fernesein, sondern in die immerwährende Anwesenheit geführt werden, tretet nicht in die Finsternis, sondern in die Welt des Lichtes ein. Ihr seid auf dem Weg zu eurem wahren Besitzer und Eigentümer und kehrt zur Residenz des ewigen Königs zurück. Ihr werdet nicht in der Vielfalt ertrinken, sondern im Lande der Einheit des Allgegenwärtigen wieder aufatmen dürfen. Ihr seid nicht auf Trennung, sondern auf eine Zusammenkunft hin angelegt.
    Yazar : Risale Forum
    Müslüman, Müslüman’ýn elinden ve dilinden emin olduðu kimsedir.” (Riyâzu’s-Sâlihîn, 211)


  3. #3
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    Cevap: Risale-i Nur lesen -Zwanzigster Brie f - Formel der Einheitsbekenntnis

    Zwanzigster Brief - Formel der Einheitsbekenntnis (Beweise zur Einheitsbekenntnis)

    Zweites Kapitel

    Aus dem Blickwinkel des Großen Namens, ein kurz zusammengefasster Hinweis auf den Beweis der göttlichen Einheit (Tauhid).

    Erstes Wort:

    »Es gibt keine Gottheit außer Gott«



    In dieser Satz liegt (eine Bestätigung) der göttlichen Einheit und Seiner Anbetung. Wir möchten hier auf einen besonders mächtigen Beweis für diese Stufe folgendermaßen hinweisen:
    Auf dem Antlitz des Alls, besonders aber auf der Blattseite unserer Erde wird eine ganz besondere Ordnung sichtbar. Und wir beobachten auch eine Schöpfertätigkeit von besonderer Weisheit. Und wir erkennen auch mit augenscheinlicher Gewissheit eine sehr sorgfältige Entfaltung, d.h. eine jedem einzelnen Ding entsprechende Öffnung und Formgebung. Und ferner beobachten wir (Handlungen) eines besonders liebevollen (shefqat), großzügigen und erbarmungsvollen Gebens (Vahhab) und Schenkens (ihsan). Weil dies aber so ist, so beweist diese Sachlage, diese Gegebenheit, das geradezu zwangsläufige Vorhandensein und die Gegenwart (Vahdet) der Aktivität, der schöpferischen (Khallaq), eröffnenden (Fattah) und schenkenden (Vahhab) Tätigkeit des majestätischen (Djelal) Herrn, ja lässt diese geradezu verspüren. In der Tat zeigt der beständige Verfall und die Erneuerung in allem Sein, dass in allem Sein die Manifestationen der Heiligen Namen eines allgewaltigen Künstlers, die Schatten des Lichtes Seiner Namen sichtbar werden, die Spuren Seiner Taten, die Schmuckstücke und die Seiten, beschrieben mit der Feder göttlichen Vorauswissens und Seiner Macht, und die Spiegel aller Schönheit (Djemal) und Vollkommenheit (Kemal).
    Gerade so wie der Herr des Alls diese gewaltige Wahrheit und die überwältigende Stufe Seiner Einheit mit allen offenbarten Heiligen Büchern und Schriften unter Beweis stellt, so zeigen auch alle Kenner der Wahrheit und Vollendeten der Menschheit durch ihre Forschungen und Entdeckungen die gleiche Stufe der Einheit. Auch das Universum verweist durch das unablässige Zeugnis der Wunder seiner Kunst, der Wunder seiner Macht, all der Schätze des Reichtums, die es ausstellt trotz aller Schwäche und Armseligkeit auf diese gleiche Stufe. Das aber heißt, dass die Heiligen Bücher und Schriften des Zeugen von Urzeit, die Forschungen und Entdeckungen der Gemeinschaft der Zeugen, der ordentliche Zustand, all die Funktionen voll Weisheit und Zweckmäßigkeit in dieser Welt, die wir bezeugen, in der Übereinstimmung, was diese Stufe der Einheit betrifft, und in deren Bestätigung vereinigt sind.
    So müssen denn diejenigen, die den Einen und Allgegenwärtigen nicht anerkennen, entweder unendlich viele Götter anerkennen, oder aber, so wie die törichten Sophisten sowohl ihre eigene Existenz als auch die des ganzen Universums bestreiten.

    Zweites Wort:

    »Er ist der Eine«



    Dieser Satz zeigt uns eine deutlich erkennbare Stufe der Einheit. Dabei weisen wir auf ein besonders kraftvolles Zeugnis hin, das diese Stufe auf eine machtvolle Weise darlegt:
    Wenn wir unsere Augen öffnen, das Universum unsere Blicke an sein Antlitz fesselt, so ist das erste, worauf sich unsere Augen richten, eine universelle und vollkommene Ordnung und wir erblicken ein allumfassendes, empfindliches Gleichgewicht. Alles befindet sich in einer präzisen Ordnung, einem empfindlichen Gleichgewicht und Maß.
    Schauen wir dann noch ein wenig genauer hin, so fällt uns immer wieder aufs neue eine Ordnung und Ausgewogenheit ins Auge. Das heißt, jemand verändert diese Ordnung mit Sorgfalt und erneuert dieses Gleichmaß in Ausgewogenheit. Jedes Ding ist ein Modell und in einer sehr großen Anzahl wohlgeordneter und ausgewogener Formen gestaltet.
    Wenn wir jetzt noch ein wenig aufmerksamer hinschauen, so wird hinter dieser Ordnung und Ausgewogenheit eine Weisheit und Gerechtigkeit sichtbar. Mit jeder Bewegung wird eine Weisheit, ein Zweck verfolgt... eine Wahrheit, ein Nutzen folgt daraus.
    Schauen wir noch ein wenig aufmerksamer hin, so fällt uns die Offenlegung einer Macht innerhalb einer außerordentlich weisen Aktivität ins Auge, die Manifestation eines allumfassenden Wissens, das alle Dinge zugleich mit ihren Attributen einschließt.
    Das heißt, diese Ordnung und Ausgewogenheit, die in allen Dingen sind, zeigen uns klar eine universelle Ordnung und Ausgewogenheit; und diese Ordnung und Ausgewogenheit zeigen uns eine universelle Weisheit und Gerechtigkeit; und diese Weisheit und Gerechtigkeit zeigen uns ihrerseits wieder eine Macht und eine Kenntnis. Das heißt, einer, der aller Dinge mächtig ist und alle Dinge kennt, wird hinter diesen Schleiern erkennbar.
    Des Weiteren betrachten wir Anfang und Ende aller Dinge und erkennen, wie besonders in allem Lebendigen, Beginn, Ursprung und Wurzeln von solcher Art sind, als ob ihre Samen in Form einer Liste, eines Programms alle Anlagen der jeweiligen Art enthielten. Und wiederum sind ihre Früchte, ihre Produkte von der Art, dass die Bedeutung eines jeden lebenden Exemplars sich in ihnen gefiltert und konzentriert findet und die Geschichte ihres Lebens in ihnen bewahrt ist. Es ist, als ob ihre Samen eine Sammlung jener Grundprinzipien wären, nach denen sie erschaffen wurden. Was ihre Früchte, ihre Produkte betrifft, so gleichen sie einer Art Index, nach dem sie bei ihrer Erschaffung programmiert wurden. Wenn wir danach nun das Äußere und das Innere lebendiger Dinge betrachten, so wird ersichtlich, wie eine ganz besonders weise Macht, die Ordnung und Gestaltung eines ganz besonders wirkungsvollen Willens am Werk sind, d.h. eine Kraft, eine Macht, die erschafft, ein Befehl, ein Wille, der Gestalt annimmt.
    Wenn wir also auf diese Weise alles Sein mit Sorgfalt betrachten, so können wir bezeugen, dass ihr Anfang einem Konstruktionsplan entspricht, der vorbereitet wurde von einem, der über Kenntnis verfügt, und ihr Ende Plan und Ergebnis eines Meisters sind, dass ihr äußerlicher Aspekt mit Sorgfalt und in wunderschönen Proportionen gestaltet wurde von einem, der über Willens und Entscheidungsfreiheit verfügt, und dass ihre innere Gestaltung einer sehr gut entworfenen Maschine eines Allmächtigen (Qadir) gleicht.
    So macht denn diese Situation, diese Gegebenheit notwendigerweise und ganz offensichtlich bekannt, dass es kein Ding, keine Zeit und keinen Ort geben kann, der sich außerhalb des Verfügungsbereichs des einen und einzigen Meisters in Seiner Majestät (Djelal) befinden könnte. Jedes und alle Dinge mit all ihren Eigenschaften werden innerhalb des Verfügungsbereiches eines Allmächtigen und Allwollenden verwaltet. Sie erhalten ihre Schönheit auf Anordnung und in der Gnade eines gnädigen Erbarmens, werden bekleidet mit dem Schmuck eines liebenden Wohltäters. In der Tat zeigt die Ordnung und Ausgewogenheit, die Sorgfalt und Ausgeglichenheit im Universum und in allem Sein jedem, der über Bewusstsein verfügt und Augen im Kopf hat, einen Herrn, der allgegenwärtig (Vahid), ein Einziger (Ahad), allmächtig (Qadir), allwollend (Murid), allwissend (Alim) und allweise (Hakim) ist, auf der Stufe Seiner Einheit.
    So ist zum Beispiel die Sonne, einzig als Leuchte unserer Erde. So ist denn einzig auch der Besitzer (Malik) unserer Welt. Zum Beispiel sind die Diener alles dessen, was auf unserer Erde lebt, Luft, Feuer und Wasser eins. So ist denn auch der einzig, der sie in Seinen Dienst genommen und uns dienstbar gemacht hat.

    Drittes Wort:

    »Er hat keinen Partner«



    Da wir diesen Satz bereits im ersten Kapitel des 32. Wortes bereits in sehr nachdrücklicher und prächtiger Weise bewiesen haben, (begnügen wir uns hier mit) einem Hinweis darauf. Eine Erklärung, die noch darüber hinausginge, gibt es nicht. Eine noch darüber hinausgehende Erklärung gibt es nicht und würde auch zu nichts weiter führen.

    Viertes Wort:

    »Sein ist das Reich.«



    Das heißt, das alles Sein vom (Antlitz) der Erde bis zum Thron (des Himmels), von einem Stäubchen bis zu den Plejaden, von Ewigkeit zu Ewigkeit, der Himmel und die Erde, Diesseits und Jenseits Sein Herrschaftsbereich sind. Sein ist die höchste Stufe Seiner Herrschaft, so wie sie in Form einer allgewaltigen Einheit (zum Ausdruck kommt). Das Große Zeugnis dieser höchsten Stufe Seiner Herrschaft, des gewaltigen Ranges (maqam) Seiner Einheit wurde zu einer angenehmen Zeit und unter angenehmen Umständen meinem armseligen Geist in arabischer Form eingeprägt. Um dieser angenehmen Erinnerung willen wollen wir hier zunächst den arabischen Text niederschreiben und danach dann eine Auslegung anfügen.





    »Sein ist das Reich, weil der Makrokosmos dem Mikrokosmos gleicht. Was von Seiner Macht gestaltet wurde, drückt sich aus in Seinem Vorauswissen. In Seiner Erschaffung wird der Makrokosmos zu einem Ort der Anbetung, während Er den Mikrokosmos ins Dasein ruft und ihn so zu Seiner Anbetung zwingt. Während er den ersteren ins Dasein ruft, macht er ihn zu Seinem Besitztum. Während er letzteren ins Dasein ruft, macht er ihn sich zu Seinem Diener. Seine Kunst erscheint in ersterem als ein Buch, während er letzterem die Farbe gibt, die durch Sein Wort hindurchschimmert. Seine Macht offenbart in ersterem Seine Majestät, während Sein Erbarmen in letzterem Seine Gnade (ni'met) errichtet. Seine Majestät bezeugt durch ersteren, dass Er ein Einziger (Ahad) ist; und so verkündet Seine Gnade auch in letzterem, dass Er ein Einziger ist. Sein Stempelaufdruck findet sich auf allen Dingen des ersteren, den großen wie den kleinen und Sein Siegel auf dem Körper des letzteren und seinen Gliedern.«




    Erster Abschnitt:

    »Sein ist das Reich, weil der Makrokosmos dem Mikrokosmos gleicht. Was von Seiner Macht gestaltet wurde, drückt sich aus in Seinem Vorauswissen.«



    Das heißt, dieser Kosmos, sowie wir unsere Welt im Großen nennen, und der Mensch, als dessen verkleinertes Musterbeispiel wir den Mikrokosmos bezeichnen, zeigen uns die Beweise göttlicher Allgegenwart (Vahdaniyet) innerhalb und außerhalb der menschlichen Seele (nefs), so wie sie uns von der Feder der göttlichen Allmacht und Seines Vorauswissens aufgezeichnet wurden.
    So finden wir in der Tat im Menschen in verkleinertem Maßstab wohlgeordnet die Kunst des ganzen Weltalls. Und so wie die Kunst, die wir im großen und weiten Bereich vorfinden, die Allgegenwart des Meisters bezeugt, so zeigt auch im Menschen eine Kunst, wenn auch im mikroskopisch kleinen Maßstab, wiederum die Allgegenwart Seines göttlichen Künstlers. Ja, mehr als das: so wie dieser Mensch ein besonders bedeutungsvoller Brief des Herrn ist, eine schön gesetzte Kasside göttlichen Vorherwissens, so ist auch das Universum eine ebenso wohlgesetzte Kasside göttlichen Vorherwissens, geschrieben mit dem gleichen Stift göttlichen Vorherwissens, nur in einem größeren Maßstab.
    Ja, wäre es denn überhaupt möglich, dass irgendetwas anderes, es sei denn der Einzigartige in Seiner Allgegenwart, seine Hand im Spiel gehabt haben könnte, als Er diesen Stempel Seiner Allgegenwart dem Gesicht aufprägte, das trotz all seiner zahllosen Unterscheidungsmerkmale dem aller Menschen gleicht, als Er das Siegel Seiner Allgegenwart dem Universum verlieh und so bewirkt hat, dass alles Sein Schulter an Schulter, Hand in Hand, Kopf an Kopf zu stehen kommt.

    Zweiter Abschnitt:

    »In Seiner Erschaffung wird der Makrokosmos zu einem Ort der Anbetung, während Er den Mikrokosmos ins Dasein ruft und ihn so zu Seiner Anbetung zwingt.«



    Das heißt sinngemäß: Der Allweise Künstler hat den Makrokosmos in so einzigartiger Weise zu einer Stätte der Anbetung erschaffen und das Große Zeichen über ihm eingestickt, dass Er die Gestalt des Alls zu einer Großen Moschee umwandelte, und Er hat auch den Menschen in der Weise ins Dasein gerufen und ihm Verstand verliehen, dass er sich vor Seinen wunderbaren Werken und Seiner einzigartigen Macht anbetend und bewundernd beugt, lässt ihn dieses Große Zeichen lesen, seine Hände im Gebet verschränken und ihn seiner Natur (fitrat) entsprechend als ein in Anbetung versunkener Diener niederfallen. Ja, wäre es denn überhaupt möglich, dass derjenige, vor dem sich alle in dieser Großen Moschee in Anbetung verneigen und in Wahrhaftigkeit niederwerfen, ein anderer sein könnte als dieser Meister in der Einzigartigkeit Seiner Allgegenwart?

    Dritter Abschnitt:

    »Während er den ersteren ins Dasein ruft, macht er ihn zu Seinem Besitztum. Während er letzteren ins Dasein ruft, macht er ihn sich zu Seinem Diener.«



    Das heißt sinngemäß: Dieser König des Königreichs in all Seiner Majestät hat den ganzen Makrokosmos und besonders das Antlitz der Erde in einer Weise geformt und gestaltet, dass er zahllose konzentrische Kreise bildet, deren jeder einen Acker darstellt, wo Er zu Seiner Zeit von Abschnitt zu Abschnitt, von Periode zu Periode, von Zeitalter zu Zeitalter (Sein Feld) bestellt, pflügt, sät und erntet. Fortwährend lässt Er auf Seinem Besitztum arbeiten und betreibt seine Verwaltung.
    Die Welt der Atome, welche den größten Kreis bildet, hat Er sich zu Seinem Acker bestellt, wo Er ständig einen ganzen Kosmos an Ernte einbringt und auf dem Er in Seiner Macht und Weisheit pflügt, sät und erntet. Sodann hat Er das Antlitz der Erde als einen mittleren Kreis zu einem Acker gemacht, den er pflügt und bestellt und auf dem Er von Jahreszeit zu Jahreszeit Welten und Arten aussät und von dem Er sie wieder erntet. Auch die geistige Ernte schickt Er zu den verborgenen, jenseitigen, Traum, Geist und Beispielwelten.
    Auch einen Garten, der einem noch kleineren Kreis angehört, füllt Er hundert Mal und tausend Mal durch Seine Kraft und leert ihn wieder in Seiner Weisheit. Und aus dem noch kleineren Kreis eines lebendigen Daseins, eines Baumes z.B. oder eines Menschen bringt Er eine hundert Mal vielfältigere Ernte hervor. Das also heißt, dass der König Seines Reiches in Seiner Majestät alle die großen und die kleinen, die individuellen und die universellen Dinge als Modell erschafft und sie dann in hundertfältiger Weise immer wieder neu mit Seinen kunstvoll verzierten Tuchen bekleidet und somit die Erscheinungen Seiner Namen und Wunderwerke Seiner Macht zur Schau stellt. Jedes einzelne Ding in Seinem Reich hat er wie eine Blattseite erschaffen und schreibt auf jeder dieser Seiten in hundertfältiger Weise bedeutungsvolle Briefe, stellt die Verse (Ayat) Seiner Weisheit aus und lässt sie von Seinen mit Bewusstsein begabten Wesen lesen.
    Während Er sich also diese ganze große Welt zu Seinem Eigentum erschuf, hat Er auch den Menschen in der Weise ins Dasein gerufen und ihm solche Anlagen und Fähigkeiten, Sinne und Gefühle und insbesondere eine solche Selbstsucht (nefs), Lust, Verlangen, Ansprüche und Begierden gegeben, dass er zu einem Diener in (Gottes) Riesenreich wurde, der nach diesem ganzen Reich verlangt.
    Ja wäre es denn überhaupt möglich, dass neben diesem König des Reiches in Seiner Majestät, der diese so große Welt, angefangen von einem Stäubchen oder einer Fliege bis hin zu ihrem großen Ganzen zu Seinem Besitz und Eigentum und zu Seinem Acker gemacht hat, der diesen kleinen Menschen zum Verwalter Seines Großen Reiches, zu Seinem Aufsichtsbeamten, zu Seinem Landmann und Gärtner, zu Seinem Handelsvertreter, zu Seinem Herold, zu Seinem Diener und Anbeter, zu einem, der Sein ehrenwerter Gast und Gesprächspartner sein soll, noch irgendein anderer über sein Königreich verfügen, Herr Seiner Untertanen sein könnte!?.

    Vierter Abschnitt:

    »Seine Kunst erscheint in ersterem als ein Buch, während er letzterem die Farbe gibt, die durch Sein Wort hindurchschimmert.«



    Dies bedeutet folgendes: Die Kunst des Ruhmreichen Meisters im Makrokosmos hat eine solche Fülle von Bedeutungen, dass diese Kunst, wollte man sie sich in Form eines Buches, das Weltall als ein riesiges Buch vorstellen, der menschliche Geist seine ganze Bibliothek aus dieser wahren Weisheit der Wissenschaft geschöpft und ihr entsprechend niedergeschrieben hätte. Und dieses Buch der Weisheit ist in solchem Maße der Wirklichkeit (haqiqat) verbunden und bedarf so sehr ihrer Hilfe, dass es in Form einer Kopie jenes Großen Klaren Buches, das der Allweise Qur'an ist, veröffentlicht worden ist.
    Ja, mehr noch: so wie die Kunst im Universum die Form eines Buches angenommen hat, das ihr vollendetes Regelmaß in sich enthält, so hat auch ihre Färbung und der Schmuck ihrer Weisheit im Menschen, (diesem Kunstwerk), die Blume Seiner Zusprache geöffnet. Das heißt, dieses Kunstwerk, (der Mensch) ist von einer solchen Bedeutung, voll so viel Anmut und Schönheit, dass es die Bestandteile dieser lebendigen Maschine, als wäre sie ein Grammophon, zum sprechen bringt. Und weil es mit dem besten aller Geschöpfe eine so hochherrschaftliche Färbung erhält, hat es auch die Blume des Ausdrucks und der Sprache, die geistig (manevi), unsichtbar und lebendig ist, in seinem (des Menschen) materiellen, leiblichen, (an und für sich) toten Kopf geöffnet. Und es hat die Fähigkeit, zu sprechen und sich auszudrücken, die im Kopf des Menschen angesiedelt ist, mit solch hochwertigen Anlagen und Organen ausgestattet, dass sie ihn dazu veranlaßt hat, sich bis zu einer Stufe (maqam) hin zu entwickeln, dass er Gesprächspartner (muhatab) des urewigen Sultans wurde. Das heißt, die in der Natur (fitrat) des Menschen bereits vorhandene Farbe seines Herrn, öffnete ihm die Blume göttlicher Ansprache (hitab).
    Ja, wäre es denn überhaupt möglich, dass irgendetwas anderes außer dem Einzig Allgegenwärtigen (Vahidi Ahad) sich an der Kunstfertigkeit, die in allem, was da ist, als Buch (der Schöpfung) sichtbar wird, an der Farbe (d.h. der Taufe Gottes), die den Menschen bis zur Stufe (maqam) eines Ansprechpartners (hitab) empor hebt, beteiligen könnte... Keineswegs!..

    Fünfter Abschnitt:

    »Seine Macht offenbart in ersterem Seine Majestät, während Sein Erbarmen in letzterem Seine Gnade (ni'met) errichtet.«



    Dies bedeutet folgendes: Es ist die göttliche Macht im Makrokosmos, welche die Majestät Seiner königlichen Herrschaft zeigt und die Barmherzigkeit des Herrn, die sie Seine Gnadengaben im Menschen verteilt, der wie ein Mikrokosmos ist. Denn die Macht des Meisters erschafft den Kosmos hinsichtlich Seiner Größe und Majestät in Form eines fürstlichen Schlosses, indem die Sonne die große elektrische Flutlichtanlage und der Mond ein Leuchter ist, während sie die Sterne wie goldene Kerzen oder Glühbirnen einschaltet. Zugleich ist die Erde gedeckt wie ein Tisch, gleicht einem Feld, einem Garten, ist wie ein Kleid... Ihre Berge sind ein jeder wie ein Vorratsspeicher, ein Mast, eine Burg usw...
    So wie Er einerseits die Majestät Seiner Herrschaft durch die reiche und großzügige Ausstattung dieses großen Schlosses in prächtiger Weise darstellt, so verleiht Er hinsichtlich Seiner Schönheit (Djemal) auch die verschiedenen Arten Seiner Gnadengaben allen beseelten Wesen bis hinunter zu den allerkleinsten und zeichnet sie auf diese Weise aus... Er schmückt sie ganz und gar mit Seinen Gnadengaben, stattet sie mit Wohlwollen und Seiner Großzügigkeit aus und bringt dem Glanz Seiner Majestät, als Seinem Großen Wort, die Schönheit Seiner Barmherzigkeit als vielen kleinen Worten entgegen.
    Denn die Sonne und der Thron Gottes und andere gewaltige Gebilde sagen mit dem Ausdruck ihrer Majestät: »Oh Majestätischer (Djelil)! Oh Mächtiger (Kebir!)! Oh Gewaltiger (Adhim)!« während alle kleinen Tiere Wie Fliegen und Ziegen mit dem Ausdruck der Barmherzigkeit (rahmet) »Oh Schöner (Djemil)! Oh Erbarmer (Rahim)! Oh Gnadenreicher (Kerim)!« sagen und sich so mit süßem Klang und sanfter Stimme dem ganzen Großen Orchester anschließen.
    Ja wäre es denn überhaupt möglich, dass ein anderer als der majestätische in Seiner Schönheit und der Schöne in Seiner Majestät nach seinem eigenen Kopf einen Anteil an der Erschaffung der großen und kleinen Welten gehabt haben könnten?... Gott behüte!...

    Sechster Abschnitt:

    »Seine Majestät bezeugt durch ersteren, dass Er ein Einziger (Ahad) ist; und so verkündet Seine Gnade auch in letzterem, dass Er ein Einziger ist.«



    Dies bedeutet folgendes: So wie der Glanz Seiner Herrschaft, der sich im ganzen Kosmos zeigt, die göttliche (Einheit in Seiner) Allgegenwart (Vahdaniyyet) zeigt und beweist, so zeigt und beweist auch die Gnade (ni'met) des Herrn, welche jedem einzelnen Geschöpf seine beständige Versorgung zukommen lässt, die göttliche Einheit (Ahadiyyet, in Seiner Person). Was Seine Allgegenwart betrifft, so kann man sagen, dass alles Sein auf den Einen zurückzuführen ist, auf den Einen hin ausgerichtet ist und von diesem Einen erschaffen worden ist. Seine Einheit hingegen besagt, dass die meisten Namen des Schöpfers aller Dinge in jedem Ding in Erscheinung treten. So können z.B. die Strahlen der Sonne, weil sie das gesamte Antlitz der Erde umfassen, als ein Beispiel für diese Allgegenwart aufgefaßt werden, während das Licht, die Wärme und der siebenfarbige Strahlenkranz, der sich als ein Abglanz der Sonne in jedem glänzenden Ding, wie auch in einem jeden Wassertropfen findet, als ein Beispiel für Seine Einheit dient. Da nun in jedem Ding, besonders in allen lebenden (Geschöpfen) und ganz besonders in jedem Menschen die meisten Namen seines Meisters in Erscheinung treten, so zeigt sich hierin Seine Einheit.
    So weist denn dieser Abschnitt darauf hin, dass der Glanz der Herrschaft, wie sie über das All verfügt und welche diese riesengroße Sonne zu einem Diener aller Lebewesen auf dem Globus, zu ihrer Lampe, ihrer Feuerstätte gemacht hat und diesen ganzen, großen Erdball zu ihrer Wiege, ihrer Wohnstätte, ihrem Marktplatz, das Feuer zu einem stets überall gegenwärtigen Freund und Koch, die Wolken zu einem Filter und einer Amme, die Berge zu Lagerhäusern und Speicherhallen, die Luft zu einem Fächer und den Lebewesen, sie ein und auszuatmen, das Wasser, um denen, die neu in das Leben eingetreten sind, wie ein Kindermädchen zu sein, das ihnen die Milch gibt, gleich einem Getränkehändler, der den Tieren lebendiges Wasser reicht, in ganz offensichtlicher Weise auf die göttliche Allgegenwart verweist.
    Wer also außer dem einen und einzigen Schöpfer könnte nun die Sonne zu einer gehorsamen Dienerin aller Erdenbewohner machen!? Und wer außer dem Einen und Allgegenwärtigen könnte den Wind in Seiner Hand halten, ihn mit so vielen Aufgaben betrauen und ihn zu einem pfeilgeschwind hin und herfliegenden Diener auf dem ganzen Globus machen?! Und wer außer dem Einen und Allgegenwärtigen könnte es wagen, das Feuer als Seinen Koch in Dienst zu nehmen, und ein Feuerchen von der Größe eines Streichholzköpfchens dazu veranlassen, Tausende Tonnen Güter zu verschlingen usw.!? Jedes einzelne Ding, jedes einzelne Element, jeder einzelne Himmelskörper verweist auf den Allgegenwärtigen (Vahid) in Seiner Majestät im Kleide des Ruhmes Seiner göttlichen Herrschaft.
    So wie also denn im Hinblick auf Seine Größe (Djelal) und Majestät die göttliche Allgegenwart (Vahidiyet) offensichtlich wird, so verkündigen auch Seine Gnade (ni'met) und Seine Güte (ihsan) hinsichtlich Seiner Schönheit (Djemal) und Seines Erbarmens (rahmet) Seine göttliche Einheit. Und dies ist so, weil es bei Seiner alles umfassenden Kunst in den Lebewesen und insbesondere den Menschen Fähigkeiten und Möglichkeiten gibt, mit denen es so unendlich viele Formen von Gnadengaben zu verstehen, anzunehmen und zu erwünschen gilt, wie sie im ganzen Universum in all Seinen heiligen Namen manifestiert sind. Wie ein Brennspiegel stellt (der Mensch) alle Schönen Namen gleichzeitig wie in einem Spiegel seines eigenen Wesens dar und verkündigt so die göttliche Einheit.

    Siebenter Abschnitt:

    »Sein Stempelaufdruck findet sich auf allen Dingen des ersteren, den großen wie den kleinen und Sein Siegel auf dem Körper des letzteren und seinen Gliedern.«



    Dies bedeutet Folgendes:
    So wie der ruhmreiche Meister der ganzen großen Welt Seinen Stempel aufgeprägt hat, so hat Er auch den Stempel Seiner Einheit jedem ihrer Teile und der verschiedenen Arten in ihr aufgeprägt. Und so wie auch im Mikrokosmos, welcher der Mensch ist, sein Körper und (besonders) sein Gesicht das Siegel Seiner Einheit trägt, so tragen auch alle Teile seines Körpers dieses Siegel Seiner Einheit.
    In der Tat hat der Allmächtige in Seiner Majestät einem jeden Ding, in seiner Ganzheit, wie auch in seinen einzelnen Teilen, jedem Stern und jedem Stäubchen, Sein jeweils eigenes Siegel der Einheit aufgeprägt, das für Ihn Zeugnis ablegt. Auf ein jedes von ihnen hat Er das Siegel Seiner Einheit gesetzt, das Ihn bezeugt. Da diese Große Wahrheit bereits im Zweiundzwanzigsten Wort, im Zweiunddreißigsten Wort und in den dreiunddreißig Fenstern des Dreiunddreißigsten Briefes erklärt und bewiesen wurde, wollen wir hier nur noch darauf verweisen, und so zum Schluss kommen, enden.

    Fünftes Wort:

    »Ihm gebührt aller Lobpreis.«



    Das heißt: »Alle Vollkommenheit, die man überall im Sein vorfindet, ist Grund, Ihn zu loben und zu preisen.« Da dies so ist, gebührt Ihm auch all unser Dank. Von Ewigkeit zu Ewigkeit gebührt Ihm aller Lobpreis, von wem auch immer er je gekommen sein mag und noch kommen oder an wen auch immer er sich richten wird. So wie in der Tat die Verse im Qur'an darauf hinweisen, ist alles Sein, was sich auf ständige Weise zur Schwelle Gottes (dergah) empor richtet, Dienst, Anbetung (ubudiyet), Lobpreis (tesbih), Niederwerfung (sedjde), Bittgebet (dua) und Dankgebet (hamd). (Alle diese Gebete) richten sich ständig an der Schwelle zu Gott empor. Das nun folgende ist eine zusammengefaßte Beweisführung für eine Wahrheit, welche die Göttliche Einheit (Tauhid) bestätigt:
    Wenn wir diese unsere Welt betrachten, so erscheint sie uns wie eine Parklandschaft, deren Gärten vom Goldglanz der erhabenen Sterne überkuppelt sind, während die Erde der Schmuck der Pflanzen und Tiere belebt. So sagen denn alle diese wohlgeordneten, lichtvollen, erhabenen Himmelskörper und die mit Weisheit und Schönheit geschmückten Pflanzen und Tiere hier unten alle gemeinsam und doch ein jedes in seiner eigenen Sprache: »Wir sind die Wunderwerke der Macht des majestätischen Allmächtigen. Und wir bezeugen die Einheit des allweisen Schöpfers und allmächtigen Meisters.«
    Dann betrachten wir in dieser Parklandschaft unseren Globus und sehen, dass er einen Garten bildet, in dem Hunderttausende Arten wohlgeschmückter blühender Pflanzen ausgesät wurden und über ihn verstreut Hunderttausende ganz verschiedener Arten von Tieren (leben).
    Und so verkündigen denn diese Pflanzen mit all ihren Verzierungen und Tiere in all ihrem Schmuck in diesem Erdengarten durch ihre wohlgeordneten Formen und mit ihren wohlausgewogenen Gestalten: Wir alle sind jeweils ein Wunder, ein Kunstwerk des einen und einzigartigen Meisters, seine Ausrufer und seine Zeugen.
    Wenn wir nun die Kronen der Bäume in diesem Garten betrachten, so sehen wir: sie sind in hohem Grade mit Wissen und Weisheit, großzügig, feinsinnig und schön gebildet. Und wir erblicken Blumen und Früchte in verschiedenen Farben. Und siehe: sie verkündigen einmütig wie mit einem Munde: wir sind die wunderbaren Geschenke des Allerbarmers in Seiner Majestät, des Allbarmherzigen in Seiner Vollkommenheit. Wir sind die staunenerregenden (Gaben) Seiner Güte.
    Und so bezeugen denn die Gestirne und alle Himmelskörper, die Tiere und Pflanzen im Garten unserer Erde, die Blumen und Früchte in den Kronen der Bäume und verkündigen mit einer unendlich viele Male widerhallenden Stimme: der uns geschaffen (Khaliq) und gebildet (Musauvir) und zu Geschenken bestimmt hat, der Allmächtige in Seiner Majestät (qadir-i Dhu-l'Djemal), der Allweise (Hakiem) ohne gleichen, der Allgütige (Keriem) Geber aller guten Gaben ist aller Dinge mächtig. Nichts ist schwierig für Ihn. Kein Ding liegt außerhalb Seiner Möglichkeiten. Vor Seiner Macht sind Sterne und Stäubchen gleich. Vom Universellen bis zum Individuellen sind alle Dinge einfach. Von einem Teil bis zu seinem Ganzen sind alle Dinge gleich wertvoll. Vom größten bis zum kleinsten Ding sind vor Seiner Macht alle leicht. Vom Großen bis zum Kleinen ist jedes Ding von Seiner Kunst beseelt, ja geradezu ein Kunstwerk. Und manchmal sind die kleinen Dinge ein größeres Kunstwerk als die großen.
    Alle Dinge, die in vergangener Zeit als Wunderwerke Seiner Macht entstanden, bezeugen, dass der vollkommene Allmächtige auch bis in alle künftigen Zeiten zu allen staunenswerten Dingen in der Lage ist. Der das Gestern vollbrachte, wird auch das Morgen heraufführen. Der Allmächtige, der die Vergangenheit erschuf, wird auch die Zukunft erschaffen. Der Weise Meister, der die Welt erschuf, wird auch das Jenseits erschaffen.
    Und so wie der einzige, zu recht Anbetungswürdige der majestätische Allmächtige ist, so ist auch Er der einzig absolut Preisenswerte. So wie Dienst und Anbetung Ihm allein gebühren, so gehören auch Lob und Preis allein Ihm.
    Wäre es denn möglich, dass der allweise Meister, der Himmel und Erde erschaffen hat, die Menschen, welche das wichtigste Ziel Himmels und der Erde und die vollendete Frucht des Universums sind, sich selbst überlassen hätte, sie den Ursachen und dem Zufall überlassen sollte und so Seine offensichtliche Weisheit in Sinnlosigkeit verwandelt hätte?! Keineswegs!...Wäre es denn möglich, dass derjenige, welcher der Allweise (Hakiem), der Allwissende (Aliem) ist, der einen Baum geplant und geformt und ihm eine solche Bedeutung zugemessen hat, der ihn mit der größtmöglichen Weisheit versorgt und ihn hat groß werden lassen, nun dessen Früchte, die doch sein Ziel und Zweck sind, nicht mehr anschauen und nicht beachten sollte, dass Er sie der Hand eines Diebes überlassen, oder sie ganz einfach zu Boden fallen und verderben lassen sollte?! Natürlich würde Er sie niemals aus den Augen verlieren, ihnen niemals keine Aufmerksamkeit mehr schenken. Denn es sind doch seine Früchte, um deretwillen Er dem Baum Seine Aufmerksamkeit schenkt...
    So ist denn Ziel und Zweck des Universums und seine vollkommenste Frucht, mit Bewusstsein begabt, der Mensch. Wäre es denn möglich, dass der allweise Meister des Universums (es zulassen sollte, dass) Lobpreis und Anbetung, Dank und Liebe, diese Früchte Seiner mit Bewusstsein begabten Frucht, anderen gegeben würde und Er so Seine Weisheit offensichtlich zunichte machen sollte...oder dass Er vielleicht Seine unbegrenzte Macht in Schwäche umwandeln könnte...oder dass Er vielleicht Sein allumfassendes Wissen zu Torheit pervertieren könnte? Keineswegs und Hunderttausend Mal: auf keinen Fall!
    Wäre es denn möglich, dass die Anbetung und der geschuldete Dank für die empfangenen Gnadengaben eines mit Bewusstsein beehrten Menschgeschlechtes, dessen Bewusstsein im Mittelpunkt der Absicht des Herrn bei der Erbauung dieses kosmischen Schlosses stand, einem anderen zukommen sollte, als dem Künstler, der dieses kosmische Schloss (erbaut hat) und dass dieser majestätische Künstler es erlauben könnte, dass Dank und Anbetung, die doch Ziel aller Ziele sind, einem anderen zukommen sollte?
    Ja, wäre es denn überhaupt möglich, dass Er mit Bewusstsein begabte Wesen durch zahllose Arten Seiner Gnadengeschenke dazu veranlassen sollte, Ihn zu lieben, sich Ihnen durch zahllose, wunderbare Kunstwerke bekannt machen sollte, und ihnen sodann keine Beachtung mehr schenken und es statt dessen ihnen überlassen sollte, wenn sie ihren Dank, ihre Anbetung, ihren Lobpreis und ihre Liebe, all ihre Erkenntnis und ihre Anerkennung der Natur und den bloßen Ursachen (zuwenden) und damit die Herrschaft Seines Königreiches wieder zunichte machte?! Hunderttausend Mal nein und Gott bewahre!...
    Wäre es denn möglich, dass einer, der keinen Frühling zu erschaffen vermag, und alle die Früchte nicht erschaffen kann, und alle die Äpfel auf Erden nicht zu erschaffen vermag, deren Siegel stets das gleiche ist, auch nur einen einzigen Apfel zu erschaffen vermöchte, der doch nur ein Musterbeispiel von ihnen allen ist, und diesen Apfel dann jemandem als Geschenk (ni'met) anböte und so dessen Dankbarkeit erwürbe, und so einen Anteil an dem Lobpreis hätte, der allein dem zukommt, dem aller Lobpreis gebührt!? Keineswegs!...Denn, wer auch nur einen einzigen Apfel erschaffen kann, der könnte auch alle die Äpfel erschaffen, die in der ganzen Welt wachsen. Denn ihr Siegel ist dasselbe.
    Überdies ist der, welcher alle Äpfel erschaffen hat, derselbe, der allen Samen und alle Früchte in der ganzen Welt erschafft, welche unserer Versorgung dienen. Das heißt, wer auch nur dem kleinsten Lebewesen auch nur das kleinste Geschenk gibt, ist unmittelbar der Schöpfer des ganzen Universums und Sein majestätischer Versorger (Rezzaq). Weil dies aber so ist, gehören Lobpreis und Dank unmittelbar Ihm. Und weil dies so ist, sagt jene Wahrheit, die das Universum zum Ausdruck bringt, unaufhörlich in dieser ihrer Sprache der Wahrheit:


    »Ihm gebührt aller Lobpreis jedes einzelnen Dinges von Ewigkeit zu Ewigkeit.«



    Sechstes Wort:

    »Er belebt«



    Das heißt: Er allein ist es, der das Leben schenkt. Weil dies aber so ist, ist es auch Er allein, der alle Dinge erschafft. Denn der Geist des Universums, sein Licht, die Hefe, die Basis, Ziel und Zusammenfassung ist das Leben. Wer also das Leben schenkt, der ist auch der Schöpfer des ganzen Universums. Er ist der Lebendige und der Unwandelbare.
    So verweisen wir denn auf das gewaltige Zeugnis für jene Stufe der Einheit (Tauhid) und erklären wie folgt:
    Wie wir bereits in einem anderen »Wort« erklärt und bewiesen haben, sehen wir vor uns das so ruhmreiche Heer der Lebewesen, das seine Zelte über die weite Fläche der Erde hin aufgeschlagen hat. In der Tat sehen wir in jedem Frühling ein neues Heer, eines jener ungezählten Armeen des Lebendigen und Beständigen, aus der Welt des Unsichtbaren emporstreben, unter die Waffen treten und Aufstellung nehmen. Wenn wir dieses Heer betrachten, so erkennen wir mehr als zweihunderttausend verschiedene Stämme Pflanzenvölker und noch einmal mehr als hunderttausend völlig verschiedene Tiervölker. Und obwohl doch jedes Volk, jeder Stamm seine eigene Uniform, seine eigene Verpflegung, seine eigene Ausbildung, seine eigene Musterung, seine eigene Dienstzeit und seine eigene Entlassung, seine eigene Ausrüstung empfängt, kann doch ein jeder, der Augen hat, erkennen und mit seinem Herzen bestätigen, dass ein großer und allmächtiger Kommandant mit grenzenloser Macht und Weisheit , mit unendlichem Wissen und Wollen (ilim ve irade), aus einer nie endenden Barmherzigkeit und mit Hilfe Seiner unerschöpflichen Reichtümer für alle diese verschiedenen Bedürfnisse Sorge trägt, ohne auch nur ein einziges (Seiner Geschöpfe) zu vergessen, in vollendeter Ordnung, in makelloser Ausgewogenheit, zur jeweils rechten Zeit, ohne sich jemals zu irren, ohne je etwas zu verwechseln. ohne sich jemals zu verspäten...
    Ja wäre es denn möglich, dass sich irgendetwas in dieses umfassende Wissen, diese vollkommene Macht einmischen, sich an ihr beteiligen, einen Beitrag zu ihr leisten könnte, welche dieses Heer mit all seinen Funktionen umfaßt, ihm Leben verleiht, es lenkt und leitet, (seine Soldaten) ausbildet und sie versorgt, sie mit allem Notwendigen versorgt, wenn nicht der, welcher sie besitzt!?... Gott behüte: hunderttausend Mal, nein!...
    Es ist ja ganz offensichtlich, dass die Schwierigkeit, zehn verschiedene Völkerstämme in einem Bataillon jeweils einzeln auszurüsten, zu der Schwierigkeit anwachsen würde, gleich zehn Bataillone auszurüsten, weshalb Menschen in ihrer Unfähigkeit dazu gezwungen waren, sie alle nolens volens ganz einheitlich auszurüsten. Statt dessen versorgt der Lebendige und Beständige die mehr als fünfhunderttausend Völker dieses ganzen, prächtigen Heeres mit ihrer für ihr jeweils verschiedenes Leben eigenen Ausrüstung. Ja Er gibt ihnen (diese Dinge) sogar ohne jede Anstrengung, Schwierigkeit, auf eine ganz leichte Art und in einer ganz einfachen Weise, mit einer tiefen Weisheit und großen Ordnungsliebe. Und Er läßt dieses ganze große Heer in einer einzigen Sprache


    »Er ist es, der das Leben schenkt« (Sure 23,80)



    sagen und diese ganze gewaltige Gemeinschaft in dieser kosmischen Moschee rezitieren:


    »Gott, es gibt keine Gottheit außer Ihm. Er ist der Lebendige, der Beständige. Nicht befällt Ihn Schlummer noch Schlaf...« (Sure 2,255)



    Siebentes Wort:

    »Er gibt den Tod«



    Das heißt, der den Tod gibt, ist Er. Das heißt, so wie Er es ist, der das Leben gibt, so ist auch Er es, der das Leben wieder nimmt und den Tod gibt. Tod ist in der Tat nicht nur Verfall und Verlöschen, sodaß man ihn auf die Ursachen zurückführen, der Natur zuschreiben könnte. Denn so wie ein Samenkorn, oberflächlich betrachtet, stirbt und zerfällt, während doch in seinem Innern ein Keim ins Leben hinein geknetet wird... das heißt, er wechselt vom individuellen Leben eines einzelnen Samenkorns hinüber in das universelle Leben eines neuen aufkeimenden Sprosses. Während also der Tod nach außen hin Ausgliederung und Verbannung zu sein scheint, so wird er doch in Wahrheit für den Menschen Titel, Einführung und Anfang eines ewigen (baqi) Lebens.
    Weil das aber so ist, muss der Vollkommene Allmächtige, der das Leben gibt und es leitet, auch derjenige sein, der den Tod gibt. Auf ein großes und bedeutendes Zeugnis für diese große und bedeutende Stufe der Einheit (Tauhid) wollen wir in diesem (siebenten) Wort folgendermaßen hinweisen:
    Wie im Vierundzwanzigsten Fenster des Dreiunddreißigsten Briefeserklärt wurde, ist die Existenz allen Seins nach göttlichem Willen (irade) eine fließende. Dieses Universum befindet sich auf Befehl seines Herrn im Fluß. Alles Sein gleitet mit der Erlaubnis Gottes unaufhörlich durch den Strom der Zeit... Es wird aus der Welt des Unsichtbaren ausgesandt und in der (von uns) bezeugten Welt mit einem äußerlich sichtbaren Dasein umkleidet. Dann regnet es (wieder) in die Welt des Unsichtbaren (hinab). Und auf den Befehl seines Herrn kommt es beständig aus der Zukunft, verweilt für einen Atemzug in der Gegenwart, mündet wieder in die Vergangenheit...
    So ist denn dieser Fluß allen Seins überaus weisheitsvoll in Barmherzigkeit und Güte gestaltet, strömt von einem überaus großen Wissen, erfüllt von Weisheit und Wohlordnung und einer überaus großen Barmherzigkeit, zieht von der Quelle bis zur Mündung in Liebe (shefqat) und Ausgewogenheit, voll Weisheit, getragen von Zielstrebigkeit und Zweckmäßigkeit, dahin. Das heißt also, dass ein Allmächtiger (Qadir) in Seiner Majestät (Djelal), ein Allweiser (Hakiem) in Seiner Vollkommenheit (Kemal) den einzelnen Gruppen allen Seins, den einzelnen Exemplaren in diesen Gruppen und den Welten, die sich aus diesen Gruppen bilden, ständig Leben schenkt und ihnen Aufgaben erteilt und sie dann nach Seiner Weisheit wieder entläßt, ihnen nun den Tod schenkt und sie wieder in die Welt des Unsichtbaren schickt. Er führt sie aus dem Bereich der Macht (qudret) in den Bereich des Wissens (ilm).
    Ja wäre es denn möglich, dass derjenige, der nicht dazu in der Lage ist, das All in seiner Gesamtheit zu lenken, dessen Herrschaft (hukum) nicht alle Zeiten umfaßt, dessen Macht (qudret) über Leben und Tod nicht alle Welten genau so erfaßt, wie jedes einzelne Lebewesen, der nicht jeden Frühling ins Leben rufen könnte, als sei er nur eine einzelne Blume, mit der er das Antlitz der Erde schmückt und die er schließlich im Tode wieder pflückt und zu sich nimmt, der Herr über Sterben und Tot sein sollte?... So ist es denn in der Tat notwendig, dass der Tod selbst noch des kleinsten Lebewesens genau so wie sein Leben sich nach dem Gesetz, nach dem Willen, auf Befehl, in der Kraft, in dem Wissen des Herrn in Seiner Majestät (Dhat-i dhu-l'Djelal) vollzieht, in dessen Hand alle Wahrheit des Lebens und jede Art des Todes liegt.

    Achtes Wort:

    »Und Er ist der Lebendige, der nicht stirbt.«



    Das heißt, sein Leben ist immerwährend und währt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Tod und Verfall, Untergang und NichtmehrSein betreffen Ihn nicht. Denn das Leben ist Teil Seines Wesens. Was aber zu Seinem Wesen gehört, kann niemals vergehen. Was von Urewigkeit her besteht, das wird in der Tat auch in Ewigkeit weiter bestehen. Was ohne Anfang (qadim) ist, wird sicherlich auch ohne Ende (baqi) sein. Der da notwendigerweise sein muss (vadjibu-l'vudjud), ist sicherlich auch von ewigem Bestand. Wie könnte denn in der Tat ein Leben, neben dem alles Sein in all seinen Arten nur noch ein Schatten ist, vom NichtSein bedroht sein? Es kann ja in der Tat ein Leben, von dem alles Dasein abhängig und die Hoffnung aller Notwendigkeit ist, sicherlich in keiner Weise von Untergang und Verfall bedroht sein. In der Tat kann ein Leben, durch dessen Erscheinung alles, was da lebt, ins Dasein tritt und auf das sich jede beständige Wirklichkeit des Alls stützt, aus ihm seine Beständigkeit erhält, sicherlich in gar keiner Weise von Untergang und Zerfall bedroht sein. In der Tat kann sich einem Leben, aus dem ein Funke, der aus ihm hervorgeht, allen Dingen, die in ihrer Vielfältigkeit von Untergang und Zerfall bedroht sind, ihre Einheit gibt, sie beständig macht, sie vor dem Verfall bewahrt, sie in ihrem Dasein erhält und ihnen eine Art von Beständigkeit sichert, das heißt, der einem Leben, das alles Lebendige von der Vielfalt zur Einheit führt und ihm Bestand verleiht, wenn das Leben entschwindet, zerfällt, vergeht, mit Sicherheit kann sich diesen grenzenlos vielen Lebensfunken, die eine Erscheinung jenes Lebens sind, das eine Notwendigkeit (und nicht nur eine der möglichen Erscheinungsformen) ist, Untergang und Zerfall nicht nahen. Ein sicheres Zeugnis für diese Wahrheit sind Untergang und Zerfall des Universums. Denn so wie alles Sein und Leben schon durch sein bloßes Sein und Leben das Leben dessen, der niemals stirbt, und das notwendige Sein des Lebens beweist und bezeugt, so beweist und bezeugt es auch, wenn es stirbt und vergeht, Beständigkeit und Fortbestand des Lebens.[Linkleri Görebilmek için Üye olmanýz Gerekmektedir.Üye olmak için Týklayýnýz.] Denn dadurch, dass alles Leben, was vergangen ist, in gleicher Weise wieder zu neuem Leben erwacht und an die Stelle des vergangenen tritt, zeigt uns, dass es ein ewiges Leben gibt, das immer wieder das InErscheinungtreten dieses Lebens erneuert.
    Denn genau so wie auf einem Strom, der unter der Sonne dahin fließt, Wasserblasen und Tropfen aufglänzen und vergehen, kommende (Geschlechter) aufglänzen, sich zeigen, eine Gruppe nach der anderen aufstrahlt, verlischt und wieder geht, in diesem Aufstrahlen und Glänzen auf das fort und fort Scheinen einer immerwährenden Sonne verweisen, so bezeugt diese Karawane eines vorbeiziehenden Daseins im Wechsel und dem stetigen Wandel ihres Lebens und Sterbens auch Dauer und Bestand des Lebendigen und Beständigen (Hayyi Baqi).
    Es ist in der Tat alles Seiende wie ein Spiegel. Aber so wie die Finsternis den Gegenpol zum Licht bildet, ja die Finsternis, in welchem Grade sie tiefer wird, in gleichem Grade den Glanz des Lichtes sichtbar macht, so dient (alles Sein) vom Standpunkt der Gegensätzlichkeit aus betrachtet in vielfacher Hinsicht gleichsam als Gegenpol. Zum Beispiel: So wie alle Lebewesen in ihrer Schwäche einen Gegenpol zur Macht des Schöpfers (Sani) bilden, in ihrer Armseligkeit einen Gegenpol zu Seinem Reichtum, genau so werden sie in ihrer Vergänglichkeit (fena) auch zum Gegenpol Seiner Beständigkeit. In der Tat wirkt das Antlitz der Erde im Winter, gleichen die Bäume auf dieser Erde mit ihrem armseligen Aussehen, aber auch die prachtvolle Ausstattung, der reiche (Schmuck, den sie) im Frühling (wieder empfangen haben), mit einer ganz besonders großen Sicherheit einem Gegenpol zu der Macht und Barmherzigkeit des absolut Allmächtigen und grenzenlos Reichen. Es ist in der Tat, als ob alles, was da lebt, mit der Sprache seines Zustandes, wie VeyselKarani das folgende Bittgebet sagte:
    »Oh unser Gott! Du bist unser Herr! Denn wir sind Deine Diener. Wir sind zu schwach, unsere Seele (nefs) zu erziehen. Das heißt, dass Du es bist, der uns erzieht!... Und Du bist auch unser Schöpfer! Denn wir sind Deine Geschöpfe. Wir werden (ständig immer wieder neu) gestaltet... Und Du bist auch unser Versorger! Denn wir bedürfen Deiner Versorgung. Denn unsere Hände können sie nicht erreichen. Das heißt, dass Du es bist, der uns gestaltet. Und der uns unsere Versorgung zukommen läßt, bist Du... Und Du bist auch unser König (Malik)! Denn wir sind Dein königliches Eigentum. Ein anderer als wir ist es, der darüber verfügt. Das heißt, Du bist unser Herr und Besitzer (Malik)... Und Du bist auch der Allmächtige (Aziz)! Du bist der Herr aller Ehren (Izzet) und voll Majestät (Azamet)! Wir betrachten unsere Niedrigkeit. Über uns (erstrahlt der Glanz Deiner) Ehre. Das heißt, wir sind der Gegenpol Deines Ruhmes... Und Du bist auch der Vollkommene Reiche (Ghaniyyi Mutlaq)! Denn wir sind die Armen. Uns ward ein Reichtum geschenkt, nachdem sich unsere Hände in ihrer Armseligkeit nicht ausstrecken könnten. Das heißt, Du bist reich, Du bist der Geber... Und Du bist auch der lebendige, der Beständige! Denn wir werden einmal sterben. In unserem Sterben und Wiederauferstehen sehen wir die Erscheinung dessen, der ständig Leben verleiht... Und Du bist auch der Beständige! Denn wir sehen in unserer Hinfälligkeit (fena) und Vergänglichkeit Deine Dauer und Beständigkeit... Und Du bist es, der uns Antwort gibt und der uns beschenkt! Denn wir alle, die wir (vor Dir) leben, rufen mit Worten oder durch unsere Haltung (ohne Worte) ständig, bitten, beten und flehen zu Dir. Und unsere Wünsche gelangen zu Dir. Unsere Bedürfnisse werden gestillt. Das heißt, dass Du es bist, der uns Antwort gibt... Und so weiter...«
    Alles Sein und Leben, das Große und Allgemeine, wie das kleine und besondere bringt, wie Veysel Karani ein stilles Gebet dar und stellt in dieser Form einen Gegenpol dar. Arm und schwach und in all ihrer Mangelhaftigkeit verkünden sie die Macht und Vollkommenheit Gottes (Qudret ve Kemal)...

    Neuntes Wort:

    »In Seiner Hand ist das Gute«



    Das heißt: Alle Wohltaten liegen in Seiner Hand, alle guten Taten sind auf Seinem Konto gebucht, alle Seine guten Gaben liegen in Seiner Schatzkammer. Weil dies aber so ist, müssen die das Gute wünschen, es von Ihm erbitten, die Wohltaten ersehnen, sie von Ihm erflehen. Um die Wahrheit dieses Wortes auf zuverlässige Art zu beweisen, wollen wir unter zahllos vielen Beweisen auf die Spuren, Lichtfunken, die uns zu einem umfangreichen Beweis für das göttliche Wissen (hinführen werden) folgendermaßen hinweisen und sagen nun:
    Dieser Meister, der mit Seinen für uns sichtbaren Handlungen das ganze Universum erschafft und es lenkt, verfügt über ein umfangreiches Wissen. Und dieses Wissen ist Seine ganz besondere, Ihm innewohnende, unabdingbare Qualität. Sie als von Ihm getrennt zu betrachten, ist unmöglich. So wie es nicht möglich ist, dass wir die Sonne antreffen, aber ihr Licht nicht antreffen, so ist es auch noch Tausend Mal mehr unmöglich, dass das Wissen jenes Wesens, der alles Sein so wohlgeordnet erschafft, von Ihm getrennt sein sollte.
    So aber wie umfassendes Wissen für dieses Wesen unabdingbar ist, ist vom Standpunkt ihrer Zugehörigkeit zu Ihm, auch für alle Dinge (Sein Wissen um diese Dinge) unabdingbar. Das heißt, dass es für kein Ding möglich ist, vor Ihm verborgen zu bleiben. So wie es nicht möglich ist, dass Dinge auf der Erdoberfläche, die unverhüllt der Sonne ausgesetzt sind, sie nicht sehen sollten, so ist es noch Tausend Mal mehr unmöglich, unvorstellbar, dass Dinge sich vor dem Licht des Wissens des Majestätischen Allmächtigen verstecken könnten. Denn es gibt eine Allgegenwart (hudhur). Das heißt, alle Dinge sind innerhalb Seiner Sichtweite, in Seinem Gesichtskreis stets vor Ihm, durch Ihn bezeugt und Er durchdringt alle Dinge.
    Wenn sogar leblose Dinge, wie die Strahlen der Sonne, das menschliche (Augenlicht) in all seiner Schwäche, der Röntgenstrahl, der über kein Bewusstsein verfügt, obwohl sie nur geschaffen, mangelhaft, akzidentiell sind, alle Dinge erblicken und sie durchdringen können, so kann sich mit Sicherheit nichts vor dem Lichte des Wissens des Urewigen, das notwendig (weil ursprünglich), allumfassend und essentiell ist, verbergen, nichts außerhalb dieses (Lichtkegels) sein. Für diese Tatsache (haqiqat) gibt es grenzenlos viele und unzählbare Merkmale und Zeichen im Universum.
    Zum Beispiel: Alle Weisheit, so wie sie in allem, was da ist, sichtbar wird, weist auf dieses Wissen hin. Denn eine Arbeit in Weisheit zu verrichten ist nur mit dem (dabei erforderlichen) Wissen möglich. Überdies weisen alle Gnadengaben (Gottes) und ihre künstlerische Gestaltung auf ein solches Wissen hin. Der, welche Seine Arbeit in Güte und all Seiner Freundlichkeit verrichtet, tut dies sicherlich wissentlich und absichtlich. Überdies weist alles, was da ist, in seiner Ausgewogenheit und Wohlgeordnetheit, jedes Ding in seiner wohlausgewogenen und abgemessenen Form und Gestalt, wiederum auf dieses allumfassende Wissen hin. Denn ein Werk wohlausgewogen zu verrichten, geschieht (mit dem dazu erforderlichen) Wissen. Wer ein Meisterstück mit Meßlatte und Waage vollbringt, muss sich mit Sicherheit auf eine präzise Kenntnis stützen können. Überdies weisen auch Maß und Ordnung, wie wir sie in allem sehen, was da ist, (alle Dinge, die) nach Maß und Zweck geformt und gestaltet sind, alle die Formen und Gestalten, die ihre Frucht hervorgebracht haben dem Kreis göttlichen Vorherwissens (qader) und seiner Erscheinung (qadha) entsprechend auf ein allumfassendes Wissen hin.
    So geschieht es denn in der Tat dadurch, dass allen Dingen ihre jeweils entsprechende Form gegeben wird, einem jeden Sein die für die Umstände seines Lebens und seines Daseins passende Gestalt aufgrund eines allumfassenden Wissens verliehen wird. Anders ist das unmöglich...
    Überdies geschieht es, dass allem, was da lebt, in unerwarteter Weise seine Versorgung, einem jeden in der ihm entsprechenden Art und zu der für es richtigen Zeit gegeben wird. Und dies geschieht aufgrund eines allumfassenden Wissens. Denn der die Nahrung sendet, muss um die wissen, die Seiner Versorgung bedürfen, sie kennen, ihre Zeit kennen, eine Kenntnis ihrer Bedürfnisse besitzen. Danach kann Er ihnen ihre Nahrung in der ihnen gemäßen Form geben.
    Überdies wird dadurch, dass auch das Ende, der Tod, mit dessen Gesetz alles Leben, wenn auch unter dem Titel seiner Unbestimmtheit, gebunden ist, aufgezeigt, dass es ein allumfassendes Wissen gibt. Denn für jede Gruppe ist ihre Lebensspanne zwischen zwei bestimmten Grenzen festgesetzt, wenn auch die Todesstunde des einzelnen Lebewesens offensichtlich nicht erkennbar ist. Für diese Zeit des Vergehens wird eine Frucht, ein Kern aufbewahrt, der in ein neues Leben umgewandelt wird und der die Aufgabe dieses Lebewesens, seinen Zweck nach ihm, fortführen wird; was wiederum ein allumfassendes Wissen aufzeigt.
    Überdies zeigt sich in der Zuwendung, wie sie jedem einzelnen Wesen entspricht und alles umfasst, was da lebt, ein allumfassendes Wissen innerhalb eines weit ausgebreiteten Erbarmens. Denn der, welcher die Jungen der Tiere mit Milch versorgt und den Pflanzen der Erde, wenn sie Wasser brauchen, mit Seinem Regen hilft, kennt sicherlich die Jungtiere und weiß um ihre Bedürfnisse, sieht die Pflanzen, versteht, wie notwendig der Regen für sie ist und sendet ihn sodann, usw.... Alle diese grenzenlosen Erscheinungen Seiner Weisheit und Güte verweisen auf ein allumfassendes Wissen.
    Überdies weisen die Sorgfalt, die handwerkliche Leistung, die kunstvolle Ausgestaltung in der Verfertigung aller Dinge auf ein allumfassendes Wissen hin. Denn um unter Tausenden möglicher Ausführungen eine wohlausgewogene, kunstvoll gestaltete, schön verzierte, solide handwerkliche und mit Weisheit ausgeführte Gestaltung zu wählen, kann nur durch ein tiefes Wissen geschehen. Doch unter (allen möglichen) Ausführungen gerade diese zu wählen, zeigt ein allumfassendes Wissen.
    Überdies weist die vollendete Leichtigkeit in der Erschaffung und Hervorbringung der Dinge auf ein überaus vollkommenes Wissen hin. Denn die Leichtigkeit in einer Sache und die Einfachheit bei ihrer Ausführung ist proportional dem Grad des Wissens und der Geschicklichkeit. Denn je mehr jemand über das (nötige) Wissen verfügt, desto einfacher wird für ihn die Umsetzung.
    So sehen wir denn aufgrund dieses Geheimnisses, wenn wir die einzelnen Dinge betrachten, von denen jedes einzelne ein Wunderwerk ist, in welch Staunen erregendem Grade einfach und leicht, ohne alle Schwierigkeiten und Komplikationen, in kurzer Zeit und doch in welch wunderbarer Weise sie ins Dasein gerufen worden sind. Das heißt also, dass es ein grenzenloses Wissen gibt, welches (alle Dinge) mit grenzenloser Leichtigkeit verfertigt, usw... Entsprechend den oben erwähnten Zeichen gibt es noch Tausende anderer echter Zeichen dafür, dass jenes Wesen, welches über das All verfügt, ein allumfassendes Wissen besitzt. Er kennt (bereits im voraus) alle Dinge mit allem, was zu ihnen gehört, wonach Er sie dann gestaltet. Da aber nun einmal der Herr des Alls über ein solches Wissen verfügt, so sieht er auch mit Sicherheit die Menschen und die Handlungen der Menschen und weiß, was den Menschen gebührt und wessen sie würdig sind und handelt so an ihnen Seiner Weisheit und Barmherzigkeit entsprechend und wird dies auch (im Jenseits) tun.
    Oh Mensch! Nimm deinen Verstand zusammen... merk auf, wer der ist, der um dich weiß und auf dich acht gibt, wisse dies und komm zur Vernunft!
    Würdest du nun aber sagen: Das Wissen allein genügt noch nicht, auch der gute Wille (irade) ist notwendig. Fehlt es am guten Willen, wäre denn dann das Wissen allein schon genug?
    So ist die Antwort: So wie alles Sein auf ein allumfassendes Wissen hinweist und es bezeugt, so weist es auch auf den alles umgreifenden Willen des Herrn hin, der über ein allumfassendes Wissen verfügt. Das ist folgendermaßen: Einem jeden Ding, besonders aber jedem lebenden Wesen wurde unter sehr vielen (oft recht) schwierigen Entstehungsmöglichkeiten durch eine bestimmte Möglichkeit, unter so vielen Sackgassen durch einen erfolgversprechenden Weg in seiner Ratlosigkeit angesichts so vieler verschiedener Formen eine so wohlgeordnete Gestalt verliehen, dass sie in unendlich vielen Hinsichten auf einen alles umgreifenden Willen hinweist. Denn die unendlich vielen Möglichkeiten und Wahrscheinlichkeiten, die ein jedes Sein in sich enthält, die Sackgassen, die ergebnislos ins Nirgendwo führen, die unbelebten Elemente, die unberechenbar gleich einer stumpfsinnigen Sturmflut dahinbrausen, wurde mit einem hochempfindlichen Messgerät, einer Art Mikrowaage oder Mikrometerschraube, durch ein ausgeklügeltes System von Ordnung und Disziplin in eine so wohlausgewogene Form, in eine so wohlgeordnete Gestalt gegossen, dass dies notwendigerweise und ganz offensichtlich, ja geradezu greifbar auf das Vorhandensein eines allumgreifenden Willens hin. Denn die Wahl unter so unendlich vielen Formen und Möglichkeiten kann nur durch Bestimmung, Auswahl, Absicht und einen Entschluss (irade) erfolgen. Diese Bestimmung erfolgt sowohl durch eine (bestimmte) Absicht als auch durch einen (ausdrücklichen) Wunsch. Denn mit Sicherheit erfordert die Bestimmung einen, der bestimmt, die Auswahl einen, der auswählt. Doch der, welcher bestimmt und auswählt, ist der Wille (irade). So wie zum Beispiel der menschliche Körper, verglichen mit einer Maschinerie, aus hunderterlei verschiedenen Apparaten und Instrumenten zusammengesetzt und doch nur aus einem Tropfen Flüssigkeit entstanden, ein Vogel mit seinen Hunderten verschiedener Glieder doch nur aus einem einzigen Ei, ein Baum, hervorgegangen aus Hunderten verschiedener Bestandteile, doch nur aus einem einfachen Kern erschaffen wurde, Zeugnis ablegen für Macht und Wissen, so weisen sie sicherlich und zwangsläufig auch auf den allumfassenden Willen des Meisters hin, der mit Seinem Willen alles für jedes Ding bestimmt und der mit Seinem Willen einem jeden Partikel, einem jeden Glied, einem jeden Bestandteil seine ihm eigene Form verleiht, ihn mit seiner (eigenen) Gestalt bekleidet.
    Zusammenfassung: So wie alle Dinge, z.B. die Glieder der Tiere in ihren wesentlichen Komponenten, Bestandteilen, Funktionen einander ähneln und darin übereinstimmen und so das gleiche Siegel Seiner Einheit zeigen, so beweisen sie auch mit absoluter Sicherheit, dass der Schöpfer aller Tiere ein einziger ist, der Allgegenwärtige (Vahid), der Einzige (Ahad). So beweist auch die Art, wie die oft völlig verschiedene Gestalt und das Aussehen dieser Tiere durch Seine Weisheit unterschieden und von ihr bestimmt werden, dass ihr Schöpfer in Seiner Einzigartigkeit ein Meister (muhtar) ist, der über einen freien Willen (irade) verfügt. Er tut, was Er will und macht nicht, was Er nicht will und handelt mit Willen und mit Absicht. Da es nun einmal dafür, dass es für das göttliche Wissen und den Willen des Herrn so viele Beweise und so viele Zeugnisse gibt, ja so viele wie Möglichkeiten des Daseins, ist mit Sicherheit die Verneinung des göttlichen Willens durch einen Teil der Philosophen, die Leugnung des Vorherwissens (qader) Gottes durch einige Leute, die Neuerungen (bid'a) anstreben, und die Behauptung eines Teils der Irregeleiteten, Gott nehme kleine Dinge nicht zur Kenntnis, und der Naturalisten, die einen Teil der Erscheinungen auf Naturphänomene oder auf Ursächlichkeiten zurückführen, eine Lüge, vervielfältigt nach der Anzahl all dieser Gegebenheiten, ein wahnwitziger Irrglaube, vervielfältigt nach der Anzahl der Eigenschaften solcher Gegebenheiten. Denn wer so viele echte Zeugnisse leugnet, macht sich einer grenzenlosen Lüge (schuldig).
    So magst du denn nun, sagte einer über Dinge, die durch Gottes Willen ins Dasein treten, statt zu sagen: »so wie Gott es gewollt hat, Gott es wollte (insha-a'llah)« wissentlich: »ja natürlich, natürlich«, vergleichen, wie falsch, ja der Wahrheit zuwiderlaufend das ist...

    Zehntes Wort:

    »Und Er ist aller Dinge mächtig.«



    »Wa huva ala kulli schay'in kadier«, das heißt: Nichts fällt Ihm schwer. Wie viele Dinge es auch im Bereich des Möglichen geben mag: Er vermag sie ganz leicht mit einem Dasein zu umkleiden. Und es ist dies so einfach und leicht, dass Er nach dem Geheimnis des

    »Wahrlich, Sein Befehl ist, wenn er ein Ding will, so sagt Er zu ihm nur: Sei! Und es ist.« (Sure 36,82)



    dass Er nur zu befehlen braucht und es geschieht. Es ist als ob ein besonders geschickter Künstler mit einer solchen Leichtigkeit seine Hand nach seinem Werk ausstreckte, es berührte und sie wieder zurückzöge, sie einer Maschine gleich funktionierte. Und um dieser Geschwindigkeit und Geschicklichkeit Ausdruck zu verleihen, sagt man: diese Arbeit, dieses Kunstwerk ist ihm in der Weise dienstbar geworden, dass Seine Arbeit auf Seinen Befehl, durch Seine Berührung geschieht, Sein Kunstwerk ins Dasein tritt. In gleicher Weise sagt die königliche Order (ferman) als einen Hinweis auf die grenzenlose Dienstbarkeit und Gehorsamheit aller Dinge gegenüber der (göttlichen) Macht (qudret) des majestätischen Allmächtigen (qadir-i Dhu-l'Djelal) und die unendliche Einfachheit und Leichtigkeit, mit der sie (qudret) Ihr Werk verrichtet:

    »Wahrlich, Sein Befehl ist, wenn er ein Ding will, so sagt Er zu ihm nur: Sei! Und es ist.« (Sure 36,82)



    Wir wollen nun fünf tiefe Wahrheiten (sirr) aus unzähligen Geheimnissen (sirr), wie sie in dieser mächtigen Wahrheit enthalten sind, in »Fünf Punkten« erläutern.
    Erstens:
    Für Gottes Macht (qudret) ist das größte Ding genau leicht wie das kleinste Ding. Für sie ist die Erschaffung einer ganzen Art mit allen ihren Unterarten genau so einfach und leicht wie die nur einer einzelnen Gattung. Das Paradies zu erschaffen ist ihr genau so leicht wie einen Frühling. Den Frühling zu kreieren ist für sie genau so einfach wie eine Blume. Hinsichtlich dieses Geheimnisses wurde bereits am Ende des Zehnten Wortes über die Auferstehung und im Neunundzwanzigsten Wort über die Engel, das Fortleben der Seele (beqai ruh) und auch über die Auferstehung, und darin besonders im zweiten Kapitel über die Frage der Auferstehung und in ihm wiederum im dritten »Grundsatz«, wo mit sechs Beispielen die sechs Tiefen Wahrheiten von der »Lichtausstrahlung«, der »Spiegelung«, dem »Gleichgewicht«, der »Ordnung«, von der »Abstraktion« und über den »Gehorsam« bewiesen worden sind, aufgezeigt, dass für die göttliche Macht die (Erschaffung) der Sterne ebenso leicht wie die der Atome ist. Unzählige Gattungen vermag sie ebenso leicht und einfach zu erschaffen wie eine einzige Gattung. Da wir aber nun einmal im Zweiten Wort diese sechs Geheimnisse bewiesen haben, wollen wir hier nur noch darauf hinweisen und können uns daher kurz fassen.
    Zweitens:
    Ein sicherer Beweis und ein glänzendes Zeugnis, dass vor der göttlichen Macht alle Dinge gleich sind, ist folgender: Bei der Erschaffung der Tiere und Pflanzen können wir mit eigenen Augen sehen, dass sich in einer unendlichen Freiheit und Vielfalt ein Höchstmaß an Schönheit und vollendeter Kunst findet. Und weiter zeigt sich in allem, was so unendlich voneinanderverschieden und so bunt miteinander vermischt ist, eine ebenso unendlicher Grad von Erlesenheit und der Unterscheidung. Und weiter findet sich trotz Überfluss und Weitläufigkeit in Unendlichkeit doch eine Kunst von höchstem Wert und Schönheit der Schöpfung. Und weiter werden sie, obwohl sie doch eigentlich für eine so überaus kunstvolle Art, einen so hohen Aufwand (an Material und Werkzeug) und soviel Zeit nötig gehabt hätten, wurden sie dennoch ganz schnell erschaffen. Es ist, als wären sie plötzlich aus dem Nichts heraus in den Stand eines Wunderwerkes gerückt worden. Wenn wir also nun zu jeder Jahreszeit auf dem Antlitz der Erde die Taten der göttlichen Allmacht beobachten können, so beweisen sie uns mit absoluter Sicherheit, dass für diese Macht, welche die Quelle all dieser Taten ist, die größte Sache ebenso leicht wie die kleinste Sache ist. Auch all diese zahllosen Einzelwesen zu erschaffen und sie zu verwalten, geschieht ebenso leicht wie nur ein einziges von ihnen zu erschaffen und zu verwalten.
    Drittens:
    Vor der Macht des allmächtigen Meisters ist in diesem Kosmos, den er lenkt und leitet und dessen Werke und Handlungen wir hier sehen können, (die Erschaffung) auch der größten Gesamtheit so leicht wie die eines kleinsten Teiles davon. Eine Gesamtheit, die aus vielen Einzelexemplaren zusammengesetzt ist, zu erschaffen, ist so einfach, wie die Erschaffung eines einzelnen Exemplars und noch in dem unscheinbarsten Einzelexemplar lässt sich der höchste künstlerische Wert aufzeigen. Sinn und Weisheit dieser Tatsache ergibt sich aus den folgenden drei Quellen: Erstens: aus dem Beistand, der aus der Einheit des Allgegenwärtigen (Vahid) erwächst. Zweitens: aus der Leichtigkeit, die aus der Einheit Seiner Schöpfung (vahdet) erwächst. Drittens: aus der Erscheinung, die Seine Einheit (Ahadiyet) widerspiegelt. Erste Quelle: der Beistand des Allgegenwärtigen: das heißt: Wenn ein jedes Ding und alle Dinge das Eigentum eines einzigen Wesens sind, so kann mit Hilfe Seiner Allgegenwart einem einzelnen Wesen mit der Kraft aller Wesen der Rücken gestärkt werden und alle Dinge lassen sich so leicht erschaffen wie ein einzelnes Ding. Wir wollen diese tiefe Wahrheit durch ein Beispiel verständlich machen. Zum Beispiel: Wenn ein Land von einem einzigen König beherrscht wird, so kann dieser König kraft Gesetzes der Einheit (vahdet) seines Königreiches einen jeden Soldaten mit der Heeresmacht einer ganzen Armee stärken und so gestärkt kann ein einzelner Soldat einen Fürsten gefangen nehmen und im Namen seines Königs beherrschen und befehligen. Ferner kann dieser König, sowie er nach dem Geheimnis der Einheit (Vahidiyet) seines Königreiches einen Soldaten oder Beamten in Dienst nehmen und befehligen kann, auch ein ganzes Heer und alle seine Beamten (zusammengenommen) kommandieren und verwalten und verfügt so nach dem Geheimnis seines Königreiches über die Möglichkeit einem jeden Einzelnen alles und jeden zu Hilfe zu senden. Und so kann auch jeder Einzelne sich auf die mächtige (quvvet) Hilfe all dieser Einzelnen verlassen, d.h. von ihnen Unterstützung erhalten. Würde das Seil einer solchen königlichen Einheit gelöst, so würde sie sich in Führungslosigkeit verwandeln und so verlöre jeder Soldat plötzlich eine grenzenlose Macht und stürzte von seinem einflussreichen Posten auf die Stufe eines einfachen Mannes herab, und (solche Leute insgesamt wieder) in Dienst zu nehmen und zu befehligen würde wieder so schwierig wie (die Indienstnahme einer entsprechenden) Anzahl einzelner Mannen.

    »Und Gottes sind die erhabensten Gleichnisse.« (Sure 16, 60)



    Ebenso vereinigt der Meister des Alls, weil Er ja ein Einziger (Vahid) ist, um jedes einzelnen Dinges wegen all Seine Namen, die nach allen Dingen hin ausgerichtet sind, und Er erschafft jedes einzelne Ding mit grenzenloser Kunstfertigkeit und (verleiht ihr eine) kostbare Gestalt. Notfalls versorgt er ein einzelnes Ding mit allen Dingen, lässt es versorgen, verleiht ihm Hilfe und Stärke. Und im Geheimnis dieser Einheit (Vahidiyet) erschafft Er alle Dinge, so wie Er ein einziges Ding erschafft, verfügt über sie und verwaltet sie.
    So geschieht es denn, dass wir entsprechend dieser tiefen Wahrheit (sirr) vom Beistand des Allgegenwärtigen (Vahidiyet) im gesamten Weltall eine Qualität von hoher Erhabenheit offensichtlich ist, was Kunstfertigkeit und Kostbarkeit betrifft, und zwar im Überfluss und zu geringem Preis.
    Zweite Quelle: die Leichtigkeit der Einheit Seiner Schöpfung (vahdet):
    Das heißt: Arbeiten, die entsprechend den Prinzipien der Einheit verrichtet werden, von einer Zentrale aus, wobei alle an einem Strang ziehen, nach dem gleichen Gesetz handeln, geschehen mit einer ganz außerordentlichen Leichtigkeit. Werden sie auf verschiedene Zentren verteilt und werden sie nach verschiedenen Gesetzen (verrichtet) und verschiedenen Händen (überlassen), so erwachsen daraus Schwierigkeiten. Zum Beispiel: Wenn die Ausrüstung aller Soldaten einer Armee von einer Zentrale aus, unter einem (einheitlichen) Gesetz und dem Befehl eines Oberkommandierenden angefertigt wird, so ist dies ebenso leicht wie die (Ausrüstung) eines einzelnen Soldaten. Würde sie in verschiedenen Fabriken, von verschiedenen Zentralen aus angefertigt, dann wären alle die Fabriken, die notwendig sind, um ein ganzes Heer auszurüsten, für die Ausrüstung eines einzigen Soldaten notwendig. Das heißt: stützt man sich auf die Einheit (Vahdet), so wird (die Versorgung) einer ganzen Armee so leicht wie die eines einzelnen Soldaten. Gibt es diese Einheit nicht, so entstehen ebenso viele Schwierigkeiten, um einen einzigen Soldaten auszurüsten, wie (bei der Ausrüstung) eines ganzen Heeres.
    Wenn nun desgleichen die (Versorgung) der Früchte eines Baumes mit Nährstoffen vom Standpunkt der Einheit aus betrachtet von einer Zentrale aus, nach einem einzigen Gesetz und von einer (gemeinsamen) Wurzel aus erfolgt, so können Tausende von Früchten so leicht (versorgt werden) wie eine einzige Frucht. Wäre hingegen jede einzelne Frucht mit einem anderen Zentrum verbunden und würden ihr die (erforderlichen) Nährstoffe von ganz verschiedenen Stellen aus zugesandt, so entstünden einer jeden Frucht ebenso viele Schwierigkeiten wie einem ganzen Baum. Denn die Nährstoffe, die für einen ganzen Baum notwendig sind, sind auch für jede einzelne Frucht erforderlich.

    »Und Gottes sind die erhabensten Gleichnisse.« (Sure 16, 60)



    So wie denn nun in den beiden obigen Gleichnissen der Erbauer des Alls der Eine und Allgegenwärtige (Vahidi Ahad) ist, handelt Er nach dem Prinzip der Einheit (Vahdet) und da Er entsprechend dem Prinzip der Einheit handelt, ist (die Erschaffung) aller Dinge so leicht wie die eines einzigen Dinges. Zudem kann Er ein einziges Ding vom künstlerischen Standpunkt aus betrachtet genau so wertvoll machen wie alle Dinge. Und so erschafft Er unendlich viele einzelne Dinge und verleiht ihnen eine besonders wertvolle Gestalt und zeigt so Seine absolute Freigiebigkeit, wobei Er zugleich Seinen grenzenlosen Überfluss zu einem geringen Preis anbietet, erweist so Seine unendliche Großzügigkeit und Seine grenzenlose Kreativität.
    Dritte Quelle: Die Widerspiegelung Seiner Einheit (Ahadiyet):
    Da der Glorreiche Künstler nicht körperlich in Erscheinung tritt und der Körperwelt nicht angehört, können Zeit und Raum Ihn nicht begrenzen, Ort und Dasein Ihn nicht in Seiner Zeugenschaft und Gegenwart behindern, kein Körper und keine Instrumente keine Scheidewand zwischen Ihm und Seinen Werken aufrichten. (Er wendet sich Seiner Schöpfung zu) und Er kennt in Seiner Zuwendung keine Zerteilung und keine Zersplitterung. Kein Ding kann Ihn (in der Erschaffung eines anderen) Dinges behindern. Er schafft unendlich viele Dinge wie ein einziges. Daher kommt es, dass Er, so wie Er einen riesigen Baum in einen Kern hineinprogrammiert, so auch in einem einzelnen Menschen eine ganze Welt einschließen kann. So kann Er eine ganze Welt gleich einem einzelnen Individuum in der Macht Seiner Hand halten. So wie wir diese tiefe Wahrheit in anderen [Linkleri Görebilmek için Üye olmanýz Gerekmektedir.Üye olmak için Týklayýnýz.]« (Sözler) bereits behandelt haben, können wir (auch hier) sagen: So ist z.B. das Spiegelbild der Sonne in seiner Leuchtkraft in gewissem Grade uneingeschränkt und erscheint so auf jeder polierten Oberfläche. Wenn auch Tausende, ja Millionen Spiegel sich ihrem Licht entgegenstreckten, fände sich dennoch ihr Spiegelbild ungeteilt in jedem von ihnen wie in einem einzigen Spiegel. Soweit dies der Kapazität des Spiegels entspricht, vermag die Sonne ihre ganze Wirkung in ihm mit all ihrer Kraft zu zeigen. Kein Ding (und das Spiegelbild in ihm) vermag dabei ein anderes Ding (und dessen Spiegelbild) zu behindern. Tausende (Spiegelbilder) erscheinen so leicht wie ein einziges an Tausenden Orten (= Spiegeln) gleich wie an einem. Jeder Ort kann die Erscheinung der Sonne empfangen wie Tausende Orte.

    »Und Gottes sind die erhabensten Gleichnisse.« (Sure 16, 60)



    So ist denn die Erscheinung des Erbauers des Alls in Seiner Majestät entsprechend dem tiefen Geheimnis der Zuwendung Seiner Einheit, Licht in allen Seinen Eigenschaften und leuchtend in all Seinen Namen, in der Weise, dass Er, obwohl Er doch an keinem Ort ist, doch an jedem Ort allgegenwärtig und allsehend ist. Es gibt bei Seiner Zuwendung keine Zerteilung. Im gleichen Augenblick vollbringt Er all Seine Werke ohne Mühe und Anstrengung. So geschieht es denn aus dem tiefen Geheimnis des Beistandes, der aus der Einheit des Allgegenwärtigen (Vahid), der Leichtigkeit, die aus der Einheit Seiner Schöpfung (vahdet) erwächst und der Erscheinung, die Seine Einheit (Ahadiyet) widerspiegelt, dass, wenn alles Sein auf den einen Meister zurückgeführt wird, das gesamte, pluriforme Dasein ebenso leicht und einfach wie in seiner singulären Form ins Dasein tritt. Und jede einzelne Form kann vom künstlerischen Standpunkt aus genau so kostbar sein wie alles Sein insgesamt, wie diese Tatsache durch die Kunstfertigkeit bestätigt wird, dass sich in der endlosen Fülle des Seins eine ebenso endlose künstlerische Detailarbeit selbst noch in jedem einzelnen Dasein findet. Wird jedoch das Sein nicht unmittelbar auf einen einzigen Meister zurückgeführt, so wird (die Entstehung) jeder einzelnen Form so schwierig wie die des gesamten Daseins und dieses gesamte Dasein stürzt in seinem Wert, sinkt auf den einer einzelnen Form herab. In diesem Fall entsteht entweder überhaupt nichts, oder wenn aber, würde es wertlos sein, auf die Stufe eines Nichts hinabfallen. So geschah es denn aus diesem tiefen Geheimnis heraus, dass die Sophisten als die fortschrittlichsten unter den Philosophen, weil sie ihr Gesicht von der Wahrheit abgewandt hatten, nun auf dem Wege des Unglaubens und Irrtums genau hinsahen und erkannten, dass der Weg der Abgötterei hunderttausend mal schwieriger ist als der Weg der Wahrheit und Einheit (Tauhid) und grenzenlos unverständig. Daher leugneten sie nun zwangsläufig jedwede Existenz und kündigten (so am Ende noch) ihrem Verstand.
    Viertens:
    Für die Kraft (qudret) des Allmächtigen (Qadier), der dieses Weltall mit Taten regiert, die wir erkennen können, ist die Erschaffung des Paradieses so leicht wie die des Frühlings und die Erschaffung des Frühlings so leicht wie die einer Blume. Und für eine Blume in ihrer künstlerischen Schönheit und das Subtile in ihrer Erschaffung gilt das gleiche wie für alles, was subtil und kostbar an einem Frühling ist. Die tiefe Wahrheit (sirr), welche dieser Tatsache zugrunde liegt, ist eine dreifache: Erstens: Die seinsgemäße Stärke (vudjub) des Meisters und Seine Unabhängigkeit Zweitens: Die Andersartigkeit in Seiner Essenz und das Fehlen einer Beschränkung Drittens: Die Unmöglichkeit (aus Gott) etwas herauszulösen oder (Ihn) zu teilenDas erste Geheimnis: Es ist eine tiefe und sehr subtile Wahrheit (sirr), dass Unabhängigkeit und Stärke (vudjub) zu unendlicher Leichtigkeit und grenzenloser Einfachheit führen. Das wollen wir nun mit einem Beispiel verständlich machen. Es ist dies wie folgt: Es gibt verschiedene Stufen des Seins (vudjud). Und es gibt im Dasein ganz verschiedene Welten. Weil sie aber voneinanderverschieden sind, kann ein Atom, das auf der einen Ebene des Daseins tief und bleibend verankert ist, auf einer anderen Ebene aber, welche eine schwächere Ebene des Daseins ist (in der es minder tiefe und bleibende Spuren hinterlässt), gleich einem Berg sein und in diesem Berg enthalten sein. Zum Beispiel: Die Erinnerungsfähigkeit in unserem Kopf, die in dieser von uns bezeugten Welt etwa die Größe eines Senfkorns ausmacht, kann in der Welt der (Ideen) und Bedeutungen den Daseinszustand einer ganzen Bibliothek annehmen. Und ein reflektierender Körper von der Größe eines Fingernagels in der äußerlichen Welt nimmt auf der Ebene der Gleichnisse (und der Spiegelungen die Größe) einer riesigen Stadt in sich auf. Hätten der Spiegel in dieser unserer äußerlichen Welt und unser Erinnerungsvermögen ein Bewusstsein und schöpferische Kräfte, so könnten sie in dem gleichnishaften Sein (der gespiegelten Welt) und im Dasein der Bedeutungen (als dem Wesen all unserer Gedanken, Ideen und Vorstellungen) aus der Kraft dieses unseres äußerlichen Daseins unendlich viele Handlungen und Wandlungen zustande bringen. Das heißt: je mehr das Sein an Tiefe und Umfang zunimmt, desto mehr wächst auch seine Kraft. Eine kleine Sache (z.B. ein mit Bewusstsein begabter Spiegel) vermag (z.B. auf eine Stadt, die er in sich aufnimmt) einen entscheidenden Einfluss auszuüben. Besonders dann, wenn das Sein (endlich auf seiner höchsten Stufe, wo) es am tiefsten, fest verankert ist, von aller Materie befreit und keiner Beschränkung mehr unterworfen ist, kann ein winzig kleines Aufleuchten viele Welten auf einer anderen, schwächeren Ebene des Seins, verwandeln.

    »Und Gottes sind die erhabensten Gleichnisse.« (Sure 16, 60)



    So ist denn der Schöpfer des Alls in Seiner Majestät der NotwendigSeiende. Das heißt: in Ihm ist das Sein essentiell, ohne Anfang, ohne Ende. NichtSein ist für Ihn unmöglich. Bei Ihm ist ein Untergang (gleich dem, der Gestirne) unvorstellbar und die Ebene des Seins am tiefsten, unendlich, unwandelbar, stark, ursprünglich und vollkommen. Das Sein aller anderen Ebenen gleicht neben Seiner eigenen Seinsebene nur einem sehr schwachen Schatten. Wo das Sein in Seiner Notwendigkeit (Vudjudu Vadjib) so tief und so beständig und so wahr ist, und daneben das Sein in seiner Möglichkeitsform (vudjudu mumkinat) so schwach und vergänglich, dass Forscher und Kenner der Wahrheit wie Muhyiddini Arabi alle übrigen Ebenen des Seins als eine Stufe bloßer Vorstellungen und Träume behandelt haben.

    »Es gibt kein Sein außer Ihm.«



    sagten sie. Denn: man darf nicht sagen, dass es neben dem NotwendigSeienden noch ein Sein für andere Dinge gebe. Sie urteilten, dass sie es nicht würdig seien, mit dem Titel »Sein« bezeichnet zu werden.
    So ist denn in der Kraft (qudret) des NotwendigSeienden, die zugleich notwendig als auch wesensgemäß ist, ein Dasein, das nur aus dem Sein entstanden und Ihm allein hinzugefügt ist, Wesen in einer (Welt des) Möglichen, die sowohl unbeständig als auch machtlos ist, mit Sicherheit unendlich einfach und leicht (zu erschaffen usw.). Alle Seelen am Gewaltigen (Tag der) Wiederversammlung ins Leben zu rufen und vor Gericht zu stellen ist ebenso leicht, wie die Auferstehung und Wiederversammlung der Blätter, Blüten und Früchte an einem Baum, ja sogar im ganzen Garten, ja selbst in einem Frühling insgesamt.
    Das zweite Geheimnis: Die Andersartigkeit in Seiner Essenz und das Fehlen einer Beschränkung, die der Leichtigkeit (in der Schöpfung usw.) zugrunde liegt, lässt sich folgendermaßen erklären: Der Schöpfer des Weltalls ist sicherlich nicht von der Art des Weltalls. Sein Wesen ist dem Wesen (Seiner Schöpfung) nicht ähnlich. Da dies so ist, können (alle die) Hindernisse und Beschränkungen (die es) im Bereich dieses Weltalls (gibt) Ihm nicht im Wege stehen, Ihn in Seinem Werk nicht einschränken. Er kann das ganze Weltall zur gleichen Zeit lenken und leiten. Wenn all das, was wir im Antlitz des Alls an (Erscheinungen göttlichen) Tun und Waltens erblicken, auf dieses Weltall (selbst) zurückgeführt werden könnte, wäre das Ursache zu so viel Schwierigkeiten und Verwirrungen, dass nichts an Ordnung mehr übrig bliebe, nichts mehr fortbestehen könnte, ja (noch nicht einmal mehr) ins Dasein treten könnte. Zum Beispiel: wenn das Meisterwerk von Kuppeln überwölbter Sakralbauten den Steinen in der Kuppel selbst überlassen und das Kommando eines Bataillons, das doch eigentlich seinem Kommandeur gehörte, seinen Soldaten übertragen würde, so käme entweder gar nichts zustande, oder aber es entstünde unter großen Schwierigkeiten und Verwirrungen ein Zustand ohne jegliche Ordnung. Wenn hingegen (die Aufgabe), den Steinen die Form einer Kuppel anzunehmen, einem Meister übertragen wird, der selbst nicht zum Geschlecht der Steine gehört, und das Kommando über die Soldaten eines Bataillons einem Kommandeur übertragen wird, der Offiziersrang hat und über die Qualitäten eines Kommandeurs verfügt, dann wird sowohl das Kunstwerk leicht, als auch die Lenkung und Leitung einfach, denn die Steine und auch die Soldaten untereinander behindern sich gegenseitig, während der Meister sich überall ungehindert um alles bekümmern und der Offizier die Führung übernehmen kann.

    »Und Gottes sind die erhabensten Gleichnisse.« (Sure 16, 60)



    Die Heiligkeit des Wesens des NotwendigSeienden ist nicht von der gleichen Art wie das Wesen der (Welt des) Möglichen. Vielmehr sind alle Wahrheiten im ganzen Universum Strahlen des Namens »Wahrheit« (Haqq), der zu den Schönen Namen des Heiligen gehört. Denn da der Allheilige in Seinem Wesen sowohl der NotwendigSeiende, als auch frei von (jeglicher Anhaftung an) die Materie, als auch dem Wesen (alles Geschaffenen) entgegengesetzt ist, gibt es für Ihn nicht Seinesgleichen, nichts Vergleichbares und nichts Ähnliches. So ist denn die Lenkung, Leitung und Versorgung des gesamten Universums hinsichtlich dieses Wesens in Seiner Majestät und Seiner urewigen Macht so leicht wie die des Frühlings, ja eines einzelnen Baumes. Die gewaltige Auferstehung und das Haus des Jenseits (dari Ahiret), Himmel und Hölle ins Dasein zu rufen, ist so leicht wie die Bäume im Frühling wieder ins Leben zu rufen, die im Herbst noch wie tot gewesen sind. Drittes Geheimnis: Der Grund dafür, dass das (völlige) Fehlen einer räumlichen (Begrenzung) und das (gleichzeitige) Fehlen (jeglicher) Zerspaltenheit eine ebenso durch nichts begrenzte Leichtigkeit bewirken, beruht auf folgendem tiefen Geheimnis: Da nun einmal der Allmächtige Meister frei ist von jeglicher Gebundenheit an einen Ort, lässt sich sagen, dass Er in Seiner Macht als an jedem Ort anwesend gilt. Und da es bei Ihm nun einmal keine Spaltung und keine Teilung gibt, vermag Er auch für jedes Ding mit all Seinen Namen zugegen zu sein... Weil dies aber so ist und Ihn (geschaffene) Dinge (nicht aufhalten), Hindernisse Ihm (Ihm einen Zugang nicht verwehren), die Himmelskörper Ihn (Ihm nicht den Weg versperren können), so verzögern sie nichts; ja es ist dies auch gar nicht notwendig. Angenommen aber, dies sei nötig, so würden sie doch wie der elektrische Draht, der Ast eines Baumes, die Adern und Nerven eines Menschen gleich den Mitteln sein, Sein (Wirken) zu erleichtern, gleich Fahrzeugen, die das Leben herbeibringen, ein Anlass sein, Sein Handeln noch zu beschleunigen. Das heißt, es gibt hinsichtlich des Gehorsams und der Unterwerfung aller Dinge unter die Herrschaft der Macht des Glorreichen Allmächtigen keine Notwendigkeit; gäbe es eine solche Notwendigkeit, so wäre sie nur ein Mittel der Erleichterung. Zusammenfassung: Der allmächtige Meister erschafft alles ohne Anstrengung in der entsprechenden Form, mühelos und leicht und schnell und ohne dabei in den Ablauf des Geschehens verwickelt zu werden. Er erschafft ein Ganzes so leicht wie einen Teil davon. Er gestaltet ein Detail genau so kunstvoll wie ein Ganzes. Derjenige, der das Ganze erschaffen hat, den Himmel und die Erde, ist in der Tat derselbe, der dessen Teile und die einzelnen Lebewesen darin erschaffen hat und ein anderer kann es nicht sein. Denn all diese winzig kleinen Unterteile sind die Früchte, Samenkörner und Abbilder des großen Ganzen. Wer auch immer diese Unterteile erschafft, muss auch der sein, der alle Elemente Himmels und der Erden erschaffen hat, welche alle Unterteile umfassen. Denn wir sehen, dass alle diese Unterteile im Vergleich zum Ganzen wie kleine Kerne und Abbilder sind. Da dies aber so ist, müssen die Elemente, Himmel und Erde in der Hand des Allseienden ruhen, der auch die Unterteile erschafft, sodass Er entsprechend den Prinzipien Seiner Weisheit und der Ausgewogenheit Seines Wissens gleichsam auch ein Konzentrat, die Bedeutungen, die Muster des universalen und allumfassenden Seins in diese kleinen Teile, welche als ihre Abbilder gelten können, einfügen kann. Angesichts der Wunder Seiner Kunst und staunenswerten Beispiele Seiner Schöpferkraft stehen die Unterteile nicht hinter dem Ganzen zurück, noch sind die Blumen geringer als die Sterne, oder die Samenkerne minder als die Bäume. Vielmehr ist der Baum, welcher nach göttlichem Vorherwissen unsichtbar in seinem Kern vorprogrammiert ist, noch weit erstaunlicher als der Baum, der gleich einem Gewebe göttlicher Allmacht im Garten steht. Und die Schöpfung des Menschen ist noch wundervoller als die Erschaffung des Universums. Würde ein weiser Qur'an mit den Teilen des Äthers auf ein Atom geschrieben, es würde dies noch bei weitem einen gewaltigen Qur'an, geschrieben mit den Sternen in das Antlitz des Himmels, an Wert übersteigen. Genau so gibt es noch sehr viele, winzig kleine Teile, die hinsichtlich ihrer wunderbaren Kunst noch über dem Ganzen stehen.
    Fünftens:
    In unseren obigen Erklärungen haben wir bereits bis zu einem gewissen Grade die unendliche Leichtigkeit, die in Seinen Geschöpfen erkennbar wird, den besonderen Grad der Geschwindigkeit, die grenzenlose Schnelligkeit Seiner Handlungen, die grenzenlose Einfachheit bei der Erschaffung aller Dinge aufgezeigt, zugleich mit dem tiefen Sinn und der Weisheit. So hat denn dieses Dasein der Dinge, die mit einer so grenzenlosen Geschwindigkeit, mit einer so unendlichen Leichtigkeit (erschaffen wurden) den Leuten der Rechtleitung eine so sichere Überzeugung vermittelt, dass in Anbetracht der göttlichen Allmacht dessen, der die Geschöpfe ins Dasein ruft, die (Erschaffung) des Paradieses so leicht gelingt, wie die eines Frühlings, die eines Frühlings so leicht wie die eines Gartens und die der Gärten so leicht wie die der Blumen.

    »Euer aller Erschaffung und Wiederversammlung ist nur wie die einer einzelnen Seele.« (Sure 31,28)



    Entsprechend dieser tiefen Wahrheit ist die Auferstehung und Wiederversammlung des Menschengeschlechtes ebenso leicht, wie eine einzelne Seele sterben zu lassen und sie sodann wiederzubeleben.

    »Es wird aber sein, wie ein einziger Schrei und sie werden alle zusammen vor uns gegenwärtig erscheinen.« (Sure 36,53)



    Nach dieser Erklärung ist es ebenso leicht, alle Menschen am Jüngsten Tage wiederzubeleben, wie ein Heer, das sich zur Ruhe gelagert hat, auf eine Fanfare hin wieder zu versammeln.
    So ist denn, obwohl doch diese unendliche Geschwindigkeit und grenzenlose Einfachheit, die doch ein unwiderlegbarer Beweis und ein zuverlässiges Zeugnis dafür ist, dass die Macht des Meisters vollkommen und für Ihn alle Dinge leicht sind, in den Augen der Leute des Irrweges die Formung und Schaffung der Dinge durch die Macht des Meisters, die doch im Grade der Notwendigkeit leicht ist, Anlass zu dieser Verwechslung geworden, als habe sich alles ganz von selbst geformt, was doch tausendfach unmöglich ist. Das heißt, dass manche einfache Dinge so ganz einfach ins Dasein zu treten scheinen, dass (sich diese Leute) ihre Gestaltung als deren Entstehung (aus sich selbst heraus) vorstellen. Das heißt, sie werden nicht erschaffen, sondern treten ganz von sich allein ins Dasein. Also komm denn nun und betrachte und betrachte einmal diese Torheit auf ihrer äußersten Stufe! Sie machen den Beweis für Gottes unendliche Macht zum Beweis für deren Abwesenheit und öffnen so das Tor zu unendlich vielen Unmöglichkeiten. Denn in diesem Fall wäre es notwendig, vollkommene Eigenschaften wie unendliche Macht und ein umfangreiches Wissen, die für den Meister des Alls notwendig sind, jedem Teilchen eines jeden Geschöpfes zuzuschreiben, sodass sie aus sich selbst heraus entstehen könnten.

    Elftes Wort:

    »Und zu Ihm ist unsere Bestimmung.«



    »Wa ileyhil'masier«, das heißt: alles wird aus dem Reich der Vergänglichkeit (dari fani) in das Reich der Beständigkeit (dari baqiye) zurückkehren, an den ewigen Sitz im Königreich (saltanat) des von Urzeit an Bleibenden (Qadimi Baqi), aus der Vielzahl der Ursachen in den Bereich der Macht des GlorreichenEinen (Vahidi DhulDjelal) hinüber wechseln, aus dieser Welt (dunya) in die jenseitige (akhira) übertragen werden. Der Ort eurer Bestimmung ist an Seiner Schwelle, der Platz eurer Zuflucht Seine Barmherzigkeit (rahma) usw...
    Es gibt noch sehr viele Wahrheiten, wie es dieses Wort und andere gleich ihm ausdrückt. Was unter diesen Wahrheiten diejenige betrifft, die ausdrückt, daß wir in ewiger Glückseligkeit zum Paradies eingehen werden, so wurde bereits durch die Gewissheit der zwölf Zeugnisse im »Zehnten Wort« und die Sechs Grundsätze, welche die so zahlreichen einschneidenden Beweise aus dem »Neunundzwanzigsten Wort« zusammenfassen, mit einer so hohen Sicherheit klargestellt, dass sich weitere Erklärungen dazu erübrigen. Mit der Sicherheit, wonach die Sonne nach ihrem Untergang am nächsten Morgen wieder aufgehen wird, haben diese beiden »Sözler« (Worte bewiesen, dass auch das Leben, das die geistige Sonne dieser Welt ist, mit seinem Untergang bei der Zerstörung der Welt sich am Morgen der Wiederversammlung in einer beständigen Form wieder erheben wird. Und ein Teil der Dschinnen und Menschen wird die ewige Glückseligkeit erlangen, während ein anderer Teil in die ewige Pein eingehen wird. Da nun aber das zehnte und das neunundzwanzigste»Wort« diese Wahrheit bereits zur Gänze bewiesen haben, wollen wie sie hier diesen »Sözler« überlassen und sagen daher nur: Wie in der obigen Erklärung bereits mit Bestimmtheit bewiesen wurde, hat der Allweise Meister dieses Universums und Barmherzige Schöpfer der Menschheit, der über ein grenzenloses und allumfassendes Wissen, einen unendlichen und alles bewirkenden Willen und eine unbegrenzte Macht verfügt, in Seinen Himmlischen Büchern und durch Seine Erlasse (ferman) der ganzen glaubenden Gefolgschaft des Menschengeschlechtes das Paradies und Ewige Glückseligkeit versprochen. Und da Er nun einmal Sein Versprechen gegeben hat, wird Er es mit Sicherheit auch halten. Denn dass Er Sein Versprechen bricht, ist unmöglich. Denn dem, was Er einmal versprochen hat, nicht nachzukommen, ist ein ganz besonders häßlicher Fehler, und der Absolut Vollkommene (Kamil-i Mutlaq) ist frei von allen Fehlern und heilig. Ein Versprechen nicht zu halten, geschieht entweder aus Unkenntnis oder aus Schwäche.
    Da es aber für den Vollkommen Allmächtigen (Qadir-i Mutlaq) und Allwissenden (Aliem) Unkenntnis und Schwäche unvorstellbar ist, ist es auch unvorstellbar, dass Er Sein Versprechen bricht, und dies gerade und vor allem deswegen, weil der Stolz der Welt, mit dem Friede und Segen sei und alle Propheten, die Gottesfreunde, die Reinen (Theologen) und die Gläubigen den Freigebigen Barmherzigen (Rahimi Kerim) ständig im Gebet die Ewige Glückseligkeit, die Er ihnen versprochen hat, erbitten, erwünschen, erflehen. Und sie bitten darum auch zugleich mit allen Seinen Schönen Namen, denn diese, vor allem aber Seine Liebe (shefqat), Barmherzigkeit (rahma), Gerechtigkeit (adalet) und Weisheit (hikmet) und Seine Namen: der Erbarmer (Rahman), der Barmherzige (Rahim), der Gerechte (Adl) und der Weise (Hakiem), dazu auch Seine Herrschaft (rububiyet) und Sein Königreich (saltanat), dazu auch Seine Namen: Herr und Gott (Rabb ve Allah) machen das jenseitige Reich (Akhiret) und die Ewige Glückseligkeit notwendig und erforderlich und bezeigen und bezeugen ihre Wirklichkeit. So weist denn das ganze Sein in all seiner Realität, wie bereits im [Linkleri Görebilmek için Üye olmanýz Gerekmektedir.Üye olmak için Týklayýnýz.] bewiesen wurde, auf das jenseitige Reich (Achiret) hin. Zudem weist auch der Weise Qur'an, welcher der Gewaltige Erlass (ferman) ist, mit Tausenden Ayat, Erklärungen und zuverlässigen, sicheren Zeugnissen auf diese Wahrheit hin und verkündet sie. Und (Gottes) ehrenwerter Geliebter (Habibi Ekrem), der Stolz des ganzen Menschengeschlechtes, gestützt auf Tausende offensichtlicher Wunder, hat in seinem ganzen Leben, mit seiner ganzen Kraft diese Wahrheit gelehrt, sie bewiesen, verkündigt, erschaut und gezeigt...





    »Oh Gott schenke ihm Deinen Segen, Heil und Frieden, seiner Familie und seinen Gefährten, so viel und so oft wie die Bewohner des Paradieses Atem schöpfen im Paradies und lass uns auferstehen und lass auferstehen ihn, seine Freunde und seine Gefährtinnen zur Glückseligkeit, zusammen mit unseren Eltern, unseren Brüdern und Schwestern unter seiner Fahne. Lass ihn unseren Fürsprecher sein und geleite uns ins Paradies, zusammen mit seiner Familie und seinen Gefährten in Deiner Barmherzigkeit, oh Erbarmungsvollster aller Barmherzigen! Amen. Amen.« »Unser Herr! Strafe uns nicht, wenn wir uns vergangen und vergessen haben!« (Sure 2,286) »Unser Herr! Lass unsere Herzen nicht wieder in die Irre gehen, nachdem Du uns recht geleitet hast und beschenke uns von Dir mit Deiner Barmherzigkeit (Rachma)! Denn Du bist der Geber aller Gaben (Vahhab).« (Sure 3, 8) »Unser Herr! Weite mir die Brust und mache mir meine Aufgabe leicht! Löse den Knoten in meiner Zunge, damit sie meine Worte verstehen können.« (Sure 20, 25-28) »Unser Herr! Nimm dies von uns an! Denn Du bist der Allhörende, der Allweise. Wende Dich uns zu, denn Du bist es, der sich uns immer wieder zuwendet, der Allbarmherzige.« (Sure 2, 127-128) »Gepriesen seist Du! Wir haben kein Wissen, außer dem, das Du uns gelehrt hast. Denn Du bist der Allwissende, der Allweise.« (Sure 2, 32)
    Yazar : Risale Forum
    Müslüman, Müslüman’ýn elinden ve dilinden emin olduðu kimsedir.” (Riyâzu’s-Sâlihîn, 211)


  4. #4
    ABDULLAH çevrimdýþý Forum Yöneticisi
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    Cevap: Risale-i Nur lesen -Zwanzigster Brie f - Formel der Einheitsbekenntnis

    Zwanzigster Brief - Anhang



    Anhang zum Zehnten Wort des Zwanzigsten Briefes



    »Im Namen des Hochgelobten! Und es gibt kein Ding, das Ihn nicht rühmt und lobpreist.« »Im Namen des Erbarmers, des Allbarmherzigen! ... und nur im Gedenken Gottes (dhikru'llah) gibt es die Geborgenheit der Herzen.« (Sure 13, 28) »Und Gott prägte für uns das Gleichnis von einem Mann, der das Eigentum mehrerer zänkischer Partner war...« (Sure 39,29)



    Frage: Du hast bereits an mehreren Stellen gesagt:
    »Aus der Einheit Gottes (Vahdet) entsteht eine Einfachheit in unendlichem Grade und unendlich viele Schwierigkeiten aus einer Vielheit Seiner Partner (shirk). Aus der Einheit Gottes erwächst eine Leichtigkeit im Grade einer Notwendigkeit, aus einer Partnerschaft mit Ihm (shirk) dagegen Schwierigkeiten im Grade einer Unmöglichkeit.«

    Dem entgegen hast du uns jedoch Schwierigkeiten und Unmöglichkeiten aufgezeigt, die zugleich mit der Einheit einher gehen. So sagst du zum Beispiel:
    »Wären die Atome keine Beamten (Gottes), wäre es notwendig, dass jedes ein umfassendes Wissen besäße, oder eine vollkommene Macht, oder zahllose Maschinen, bzw. Druckereien. Das ist aber hundertfach unmöglich.«

    Wären jedoch diese Atome göttliche Angestellte, so müßten sie dennoch die gleichen Möglichkeiten zu ihrer Verfügung haben, damit sie ihre zahllosen Aufgaben ordentlich erfüllen könnten. Ich hätte hierfür gerne eine Auflösung.

    Antwort: Wir haben bereits in vielen »Sözler« (Worten erklärt und bewiesen, dass alles Sein (maudjudat), sobald man es auf den einen Künstler zurückführt, so einfach und leicht (erklärt) werden kann wie eine einzige (Schöpfung). Führt man es hingegen auf Vielfältige Ursachen und auf die Natur zurück, so wird die (Erschaffung) einer einzigen Fliege so schwierig und kompliziert wie die aller Himmel, die einer Blume wie die des ganzen Frühlings, die einer einzigen Frucht wie die eines ganzen Gartens. Da diese Thematik bereits in anderen »Sözler« (Worten erforscht und erklärt worden ist, wollen wir sie hier auf ihnen beruhen lassen und sie anhand von drei Beispielen zu drei Hinweisen erläutern, welche es der Seele ermöglichen, sich von dieser Wahrheit zu überzeugen:


    Erstes Beispiel: Ein kleines durchscheinendes glänzendes Stäubchen kann, allein und für sich selbst gelassen, noch nicht einmal einem Lichtfunken (von der Größe) eines Streichholzköpfchens Platz bieten und ihm als Quelle dienen. Seiner Kapazität und der eigenen Größe entsprechend kann es nicht mehr Licht in sich beherbergen, als es einem so winzig kleinen Stäubchen entspricht. Wenn sich dieses Stäubchen aber mit der Sonne verbindet, ihr sein Gesicht zuwendet, sein Auge öffnet und sie anblickt, kann es diese riesige Sonne mit ihren Strahlen, mit ihren sieben Farben, mit ihrer Wärme, ja sogar mit ihrer Entfernung (virtuell) in sich aufnehmen und so eine Art riesiger Erscheinungsform darstellen. Das also heißt, dass ein solches Stäubchen, sich selbst überlassen, nicht mehr zu leisten vermag, als das, was einem solchen Stäubchen entspricht, während es in seiner Funktion als Beamter der Sonne, ihr zugehörig und ihr Spiegelbild, wie die Sonne, bei der Ausführung (der Aufgaben) der Sonne selbst ein winzig kleines Musterbeispiel von ihr darstellen kann.


    »Bei Gott sind die erhabensten Gleichnisse.« (Sure 16, 60)



    Sobald sich also alles Sein, ja sogar jedes einzelne Atom auf eine Vielheit, auf Ursachen, Partner, die Natur, auf sich selbst stützen müßte, so müßte auch jedes Atom und alles Sein entweder über ein umfassendes Wissen und eine absolute Macht verfügen können, oder aber unendlich viele unsichtbare Maschinen oder Druckereien in sich enthalten, damit es die ihm übertragenen wundervollen Aufgaben ausführen könnte. Wenn sich aber diese Atome auf den EinenAllgegenwärtigen (Vahidi Ahad) stützen können, dann ist auch jedes einzelne Kunstwerk, ein jedes Atom mit Ihm verbunden. Es gilt als Sein Beamter. Diese Zugehörigkeit läßt es Seine Erscheinung zum Ausdruck bringen. Und durch seine Erscheinungsweise und durch seine Verbundenheit kann es sich auf sein unbegrenztes Wissen und Seine Allmacht stützen. In der Kraft seines Schöpfers kann es dann Arbeiten und Aufgaben erfüllen, die millionenfach mehr als seine eigene Kraft erfordern, entsprechend dem Geheimnis und aus dieser Verbundenheit heraus.


    Zweites Beispiel: Da sind z.B. zwei Brüder. Der eine ist kühn und sicher seiner selbst, der andere aber voll Begeisterung und Hingabe seinem Land verbunden. Zur Zeit eines Krieges fühlte sich der eine in seiner Selbstsicherheit nicht seinem Land verbunden und wollte die Sache für sich selbst regeln. So musste er denn seine eigenen Ressourcen selbst auf sich nehmen, Ausrüstung und Bewaffnung seiner eigenen Stärke entsprechend selber transportieren. Mit seinen eigenen kümmerlichen Kräften konnte er auch gegen das feindliche Heer nur mit einem Unteroffizier kämpfen. Für mehr hatte er die Mittel nicht. Der andere Bruder aber vertraute nicht auf sich selbst, wusste, dass er selbst nur schwach und kraftlos war... So setzte er sich denn mit dem König in Verbindung und wurde zu dessen Soldaten eingezogen. Und durch diese Verbindung wurde ein ganzes großes Heer sein Rückhalt. Und einen solchen Stützpunkt im Rücken und mit der Unterstützung seines Königs konnte er die moralische Kraft des Heeres auf sich vereinigen und sich durch dieser inneren Kraft in die Schlacht werfen und als er schließlich im Heer des befeindeten Fürsten einem hohen General begegnete, zu diesem im Namen des eigenen Königs sagen: »Sie sind mein Gefangener!... Folgen Sie mir!« So nahm er ihn gefangen und lieferte ihn aus. Die tiefe Wahrheit (sirr), die dieser Situation zugrunde liegt, ist folgende Weisheit:

    Während der obige Dummkopf seine eigene Ausrüstung und Bewaffnung selbst schultern musste und so nur ganz unbedeutende Dinge tun konnte, brauchte der Diener (des Königs) seine Ressourcen nicht selbst zu transportieren, vielmehr wurden sie durch das Heer und vom König übernommen. Gerade so wie man den bereits vorhandenen Telegraphenschreiber und das Telefonkabel durch eine kleine Schnur mit dem Empfänger verbindet, so stellte dieser Mann eine Verbindung zwischen sich und der grenzenlosen Kraft her.


    »Bei Gott sind die erhabensten Gleichnisse.« (Sure 16, 60)



    Sobald also alle Geschöpfe, ja selbst jede einzelne Zelle sich unmittelbar auf den EinenAllgegenwärtigen (Vahidi Ahad) stützen können und sich mit ihm verbunden haben, kann eine Ameise in der Kraft einer solchen Verbindung und auf den Befehl ihres Herrn, sein Kommando, den Kommandanten des Palastes des Pharao zugrunde richten, seinen Kopf rollen lassen... eine Mücke Nimrod elend zugrunde gehen lassen und ihn in die Hölle werfen... eine Mikrobe den mächtigsten Tyrannen ins Grab steigen lassen... der Same einer Tanne, klein wie ein Weizenkorn zur Werkbank, ja zu einer Maschinenhalle für eine Tanne zu werden, mächtig wie ein Berg... ein Luftmolekül vermag in allen Blumen und Früchten die verschiedensten Arbeiten zu verrichten und an ihrer Gestaltung ordentlich und genau mitzuwirken. Alle diese einfachen Dinge werden ganz offensichtlich erst in göttlichem Auftrag und durch eine solche Verbindung möglich. Wenden sich aber die Dinge nach Art eines Dummkopfes den Ursachen und der Vielheit zu und gehen sie dann, sich selbst überlassen, den partnerschaftlichen Weg (shirk) hinunter, dann verlaufen alle Dinge ihrer eigenen Kapazität und dem Vermögen ihres eigenen Bewusstseins entsprechend.

    Drittes Beispiel: Es waren einmal zwei Freunde. Die wollten über ein Land, das sie noch nie gesehen hatten, eine erdkundliche Arbeit mit statistischen Angaben verfassen. Der eine von ihnen begab sich in den Dienst des Königs dieses Landes und begab sich in das Telephon und Telegraphenamt. Mit einer Telephonleitung für zehn Para verband er sein eigenes Gerät mit der staatlichen Leitung und nimmt nun überall hin Verbindung auf, tauscht Nachrichten aus und empfängt Informationen. So kann er nun ein ganz vorzügliches erdkundliches Werk von künstlerischer Vollendung abfassen und mit allen statistischen Angaben versehen.

    Was aber den anderen (der beiden) Freunde betrifft, so wird dieser entweder fünfzig Jahre lang ständig auf Reisen sein, sich unter vielen Strapazen überall umschauen und jeder Erzählung lauschen oder aber Millionen Pfund für ein landesweites Telephon und Telegraphennetz ausgeben müssen, um auch ein solches wie der König zu besitzen und dann, gleich seinem oben erwähnten Freund, ein so vollkommenes Werk schreiben zu können.


    »Bei Gott sind die erhabensten Gleichnisse.« (Sure 16, 60)



    Sobald also all die zahllosen Geschöpfe und alles Sein auf den EinenAllgegenwärtigen (Vahidi Ahad) zurückgeführt werden, so wird zu gleicher Zeit ein jedes Ding zu Seinem Erscheinungsort und dadurch, dass es zu diesem Erscheinungsort der Urewigen Sonne wird, erlangt es Kontakt zu den Gesetzen Seiner Weisheit, den Grundsätzen Seines Wissens und den Bestimmungen Seiner Macht. Zugleich empfängt es den Göttlichen Funken, der durch die Kraft und Macht Gottes zu einem alles sehenden Auge, einem allschauenden Antlitz und einem alles bewirkenden Wort wird. Reißt jedoch diese Verbindung ab, so wird es zugleich auch von allen anderen Dingen abgeschnitten und schrumpft auf die Winzigkeit seiner bloßen Existenz zusammen. In diesem Fall müßte es über eine absolute Göttlichkeit verfügen, um die Funktionen ausüben zu können, die es in seinem früheren Zustand erfüllt hatte.

    Zusammenfassung: Auf dem Wege der göttlichen Einheit (Vahdet) und des Glaubens (iman) liegt eine Einfachheit und Leichtigkeit im Grade einer Notwendigkeit, auf dem der Abgötterei (shirk) und der Ursachen dagegen Schwierigkeiten und Umständlichkeiten im Grade einer Unmöglichkeit. Denn ein einziger kann ohneMühe vielen Dingen eine Form geben und ein Ergebnis zustande bringen. Wenn es dagegen vielen Dingen überlassen bliebe, eine solche Form zustande zu bringen und dieses Ergebnis zu erreichen, könnte dies nur mit sehr vielen Anstrengungen und sehr vielen Unternehmungen zuwege gebracht und ein Ergebnis erreicht werden. Wie wir bereits im [Linkleri Görebilmek için Üye olmanýz Gerekmektedir.Üye olmak için Týklayýnýz.] gesagt haben, setzt sich das Heer der Sterne unter dem Kommando der Sonne und des Mondes in Bewegung, wobei in jeder Nacht und in jedem Jahr ein prächtiger Umzug, eine Prozession zum Lobpreise (tesbih) Gottes zustande kommt. Ein faszinierendes, wunderschönes himmlisches Schauspiel! Führt man alle diese großartigen Geschehnisse, wie den Wechsel der Jahreszeiten und dergleichen erhabenen und weisheitsvollen Ergebnisse (der Bewegungen) der Erde auf die Einheit (Vahdet) Gottes zurück, so kann dieser Urewige Sultan leicht einer Soldatin wie der Erde als Kommandantin den Befehl zu diesem Schauspiel mit diesem Ergebnis unter den erhabenen Himmelskörpern erteilen. Dann wird die Erde, sobald sie ihren Befehl erhalten hat, vor Freude über ihren Auftrag wie ein Mewlewi(Derwisch) zu singen (Sema') und zu tanzen (dhikr) beginnen. So vollzieht sich dieses Schauspiel mit nur wenig Mühe und ein so wichtiges Ereignis kommt zustande. Würde statt dessen der Erde gesagt: »Halt an! Misch dich nicht ein!«, dann müßte (zu diesem gleichen) Ergebnis, für dieses Schauspiel, welches dann dem Himmel überlassen bliebe und statt der Einheit (Vahdet) Gottes der Vielheit und seinen Partnern (shirk) zugeschrieben würde, sich jeden Tag und jedes Jahr Millionen von Sternen, die tausendfach größer sind als der Erdball, in Bewegung setzen und Tag für Tag und Jahr für Jahr) eine Entfernung von Milliarden Lichtjahren in vierundzwanzig Stunden, bzw. einem Jahr zurücklegen.

    Schlussfolgerung: Der Qur'an und die Gläubigen führen unendlich viele Kunstwerke den einen und allgegenwärtigen Meister (Sanii Vahid) zurück und erblicken die Basis eines jeden Werkes unmittelbar in Ihm. So ziehen sie denn ihres Weges mit einer Leichtigkeit, die der Notwendigkeit gleich kommt und führen auf ihm... Doch die Leute der Abgötterei und des Aufstandes sehen die Basis auch nur eines einzigen Kunstwerkes in unendlich vielen Dingen und gehen einen Weg, der schwierig ist bis zum Grade der Unmöglichkeit. So finden sie sich denn auf dem Wege des Qur'an zusammen mit allen Kunstwerken, finden sich dagegen auf dem Wege der Irrungen zusammen mit nur einem Kunstwerk. Ja, es ist bei weitem leichter und einfacher, wenn alle Dinge aus einem einzigen hervorgehen, als das ein einziges Ding aus unendlich vielen Dingen hervorgehen sollte. In gleicher Weise ist es für einen Offizier ebenso leicht tausend Soldaten zu führen wie einen einzelnen, wo hingegen die Führung eines einzigen Soldaten, vertraut man ihn tausend Offizieren an, so schwierig wird wie die Führung von Tausend Soldaten, was ein Chaos heraufbeschwören würde.
    So spaltet denn die folgende gewaltige Ayah den Leuten der Abgötterei mit dieser Wahrheit den Schädel:


    »Gott hat das folgende Gleichnis geprägt von einem Mann, der das Eigentum mehrerer zänkischer Herren war, und einem Mann, der ganz und gar einem (einzigen) Herrn gehörte. Sind die beiden etwa als einander gleich betrachtet werden? Gepriesen sei Gott! Doch die meisten von ihnen verstehen das nicht.« (Sure 39, 29)


    »Gepriesen seist Du! Wir haben kein Wissen, außer dem, das Du uns gelehrt hast. Denn Du bist der Allwissende, der Allweise.« (Sure 2, 32) »Oh Gott, gib Deinen Frieden und Segen unserem Herrn (Seyyidina) Mohammed nach der Zahl der Atome im All, seiner Familie und allen seinen Gefährten. Amen Und aller Lobpreis und Dank sei Gott, dem Herrn (Rabb) der Welten.«


    »Oh Gott! Oh Einziger (Ahad)! Allgegenwärtiger (Vahid)! Einzigartiger! Oh Du, außer dem es keinen Gott gibt. Er ist der Einzige, Er hat keinen Partner. Oh der, dem das Reich gehört und dem aller Dank gebührt! Oh Du, der das Leben gibt und den Tod! Oh Du, in dessen Händen alles Gute liegt und der aller Dinge mächtig ist! Oh Du, bei dem unsere Bestimmung ist! Um der tiefen Wahrheit (sirr) dieser Worte willen zähle diejenigen, welche diese Abhandlung veröffentlichen und ihre Gefährtinnen und Freunde zu den Glückseligen unter denen, welche die Vollkommenheit Deiner Einheit bekennen, den wahrhaft Getreuen, den aufrichtigen Gläubigen. Amen« »Oh Gott! Um des Geheimnisses Deiner Einheit willen lass diejenigen, welche dieses Buch herausgeben, die tiefen Wahrheiten (esrar) Deiner göttlichen Einheit verbreiten, mache ihre Herzen zu einem Ort, an dem das Licht Deines Glaubens aufscheint, lasse ihre Zungen die Wahrheit des Qur'an aussprechen! Amen. Amen. Amen.«
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    Müslüman, Müslüman’ýn elinden ve dilinden emin olduðu kimsedir.” (Riyâzu’s-Sâlihîn, 211)


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