ER WAR EIN SPIEGEL

Der Prophet (s.a.v.) war am Sitzen. Da kam Ebu Cehil auf ihn zu und offenbarte ihm was ihm auf dem Herzen lag: „O Muhammed, ich habe keinen hässlicheren Menschen als dich gesehen..“
Unser Prophet (s.a.v.) antwortete ihm daraufhin lächelnd: „Du hast die Wahrheit gesprochen.“
Nachdem Ebu Cehil mit seinem lodernden Hass gegangen war, kam Ebu Bakr r.a.mit seiner Liebe…
Er betrachtete das leuchtende Antlitz unseres Propheten s.a.v. und offenbarte ihm ebenfalls was ihm auf dem Herzen lag: “O Gesandter Allahs! Ich habe noch nie einen schöneren Menschen als dich gesehen.
Daraufhin unser Prophet s.a.v. :“Du hast die Wahrheit gesprochen O Ebu Bakr. Ich bin ein Spiegel. In diesem Spiegel sieht sich jeder selbst.“

In seinem Spiegel können auch wir unsere Nähe zu Allah-u Teala messen. Unser iman bestimmt, wie wir diesen Spiegel sehen.

Doch wie sah die Frau in diesem Spiegel aus? - Hier ein Bruchteil der Antwort auf diese wichtige und facettenreiche Frage…

Die Beziehung unseres Propheten zu den Frauen
(am Beispiel von Hz.Hadischa und Hz.Aischa)


Mit der ersten Offenbarung wurden die ersten Säulen gebildet :Allah (cc), Cebrail a.s., unser Prophet, die Frau.
Denn..
• Die erste Aufregung,das erste Geheimnis hat unser Prophet mit einer Frau geteilt
• Das erste Gespräch wurde mit einer Frau geführt, die erste Teblig wurde an eine Frau gerichtet
• Er sav wurde zum ersten Mal für eine Frau ein Imam, das erste Gebet wurde mit einer Frau gebetet

Er sav teilte mit Hz. Hadischa seine Sorgen und Gedanken: „O Hadischa, ich befürchte, dass sie sich von mir abwenden und mich nicht ernst nehmen werden…“
Hz. Hadischa darauf im Brustton der Überzeugung: „Du beschützt die Waisen ,du hast Mitleid mit den Bedürftigen. Du hast einen guten Charakter und aus deinem Mund ist noch nie ein Wort der Lüge vernommen worden. Sie werden dir glauben. Und ich habe die Ehre eine der ersten zu sein.“

• Die erste Unterstützung kam von einer Frau
• Die erste Schahada wurde von einer Frau ausgesprochen


Wie sehr liebst du mich?
Hz. Aischa war seit kurzem mit unserem Propheten verheiratet. Sie fragte sich ob ihr Ehemann sie liebte und wie sehr er sav sie liebte. Also fragte sie ihn: „O Gesandter Allahs, liebst du mich? - „Natürlich liebe ich dich O Aischa“ Doch ihre Neugier war noch nicht getilgt, somit fragte sie schnell weiter:
„Und wie sehr liebst du mich?“ - „Wie ein gordischer Knoten (kördügüm)“
Diese Antwort machte Hz. Aischa sehr glücklich, denn ein gordischer Knoten war niemals aufzulösen. Was hieß, dass es eine unauflösbare, beständige Liebe war, die unser Prophet für seine Frau empfand.
Wegen des natürlichen Bedürfnisses einer Frau fragte sie ihn (sav) öfters: „O Gesandter Allahs, in welchem Zustand befindet sich der gordische Knoten?“
-„So wie am ersten Tag“, antwortete ihr unser Prophet jedes Mal darauf.

Er war ein Spiegel: von Dem, Der Seine Geschöpfe liebende und von Ihnen geliebt werdende Vedud.


Vorstellungsart
Hz. Aischa, eine Frau deren Art sich jemandem vorzustellen noch bei keiner Frau gesehen wurde.
Meistens werden Frauen mit den Namen ihrer Ehemänner vorgestellt oder durch
die Stellung und den Rang ihrer Ehemänner in der Gesellschaft einem gewissen Platz zugeordnet.
Doch Hz. Aischa sagte nicht, dass sie die Ehefrau des Propheten war, sie stellte sich anders vor. Ohne sich schämen zu müssen, motiviert durch die Liebe und Aufmerksamkeit ihres Mannes ihr gegenüber, stellte sie sich anders vor: „Ebu Bakr binti Aischa/ die Tochter des Ebu Bakr und die Geliebte von Allahs Geliebten“

Er war ein Spiegel: von Dem, Der nur Liebe und Zuneigung gewinnende Mahbub..


Wen magst du mehr?
Eines Tages ging Ebu Bakr zum Hause seiner Tochter und fand sie sich mit unserem Propheten zankend vor. Der Grund ihres Zankens war ihr Vater: „Du magst Ali mehr als meinen Vater?“, sagte sie gerade zu unserem Propheten. Ebu Bakr ging schnurstracks zu seiner Tochter, nahm sie beiseite und wollte ihr eine Ohrfeige geben. Dabei rief er aufgebracht „O Tochter, ich werde dich nie mehr den Propheten anschreien sehen!“
Doch unser Prophet stellte sich zwischen Vater und Tochter und verhinderte somit die Ohrfeige- Hz. Ebu Bakr war sehr wütend und ging in seiner Aufgebrachtheit fort.
Hz. Aischa wurde daraufhin sehr traurig, sie hatte dem Propheten sav doch nur wegen ihrem Vater Vorwürfe gemacht. Um sie aufzuheitern sagte unser Prophet (sav) spaßend: „Hast du gesehen wie ich dich vor deinem Vater gerettet habe?“
Eine geraume Zeit verging auf diesen Vorfall, Ebu Bakr kam wieder zum Hause seiner Tochter und fand sie mit dem Propheten (sav) scherzend und lachend vor.
„O Gesandter Allahs!“, sagte er „könnt ihr mich wie an dem Tag als ihr euch gestritten habt, auch an diesem Tag des Versöhnens wieder unter euch aufnehmen?“
-„Natürlich, komm zu uns!“

Er war ein Spiegel: von Dem, Der jede Schuld und jede Sünde verzeihende Gafur..


Hilfe im Haushalt
Eines Tages wurde ein Sahabi namens Habbab von unserem Propheten (sav) beauftragt, eine Sache außerhalb von Medina zu erledigen. Sofort übernahm Hz. Habbab freudig diese Aufgabe und reiste eilig fort. Doch seine Frau konnte keinen Haushalt führen, sie konnte nicht einmal die Kühe und Schafe melken. Diese Eigenschaft seiner Frau hatte Hz. Habbab ganz außer Acht gelassen, doch unser Prophet sav wusste es.
Somit gab es in Medina ein Haus, welches jeden Tag nach der Abreise Habbabs von ihm (sav) besucht wurde. Er sav erledigte täglich die Hausarbeit, damit die Frau Habbabs keinen Anlass zur Trauer oder Kummer hatte. Unser Prophet (sav) sah jede kleine Angelegenheit als wichtig und bedeutend an und machte nie Vorwürfe warum man denn nicht dieses oder jenes nicht konnte.

Er war ein Spiegel: von Dem, Der auf niemanden und auf nichts angewiesenen Samed, auf Den jeder und alles angewiesen ist...


Jeder kam zu ihm (sav)
Ummu Eymen, die Ziehmutter unseres Propheten (sav) kam einmal zu ihm und sagte „O Gesandter Allahs, gebe mir ein Reittier, denn ich brauche sehr dringend eines.
Der Prophet lächelte seine Ziehmutter an und erwiderte „Ich werde dich auf einen Nachwuchs eines weiblichen Kamels steigen lassen!“
Sie widersprach ihm (sav) „ Ein Nachwuchs wird mich aber nicht tragen können.“
Er (sav) blieb jedoch beharrlich „Ich werde dich auf einen Nachwuchs eines Kamels steigen lassen.“
Ummu Eymen hatte zunächst nicht den schönen Scherz unseres Propheten verstanden.
Waren nicht sowieso alle Kamele Nachwüchse eines weiblichen Kamels?
Alle Bedürftigen konnten bedenkenlos zu ihm (sav) gehen, und ihre Besorgnisse und Nöte an ihn richten.

Er war ein Spiegel: von Dem, der alles und jeden aus Seinem unerschöpflichen Reichtum Versorgende und ehrenvoll Bewirtende Gani..

Die Einladung
Der Prophet (sav) hatte einst einen iranischen Nachbarn, welcher ihn (sav) zum Essen einlud. „Was ist mit meiner Frau Aischa, ladest du sie etwa nicht ein?“,fragte ihn unser Prophet darauf. Der Nachbar verneinte, denn er wollte nur unseren Propheten einladen. Daraufhin nahm unser Prophet die Einladung nicht an, denn ohne seine Frau nahm er an keinem Besuch teil. Nach Tagen kam der Mann wieder und sagte, dass der Prophet auch seine Frau mitbringen solle. Diese Einladung wurde akzeptiert.

Er war ein Spiegel: von dem Machtvollen, Besitzer von Souveränität und Autorität -Sultan



Rede O Aischa!
Unser Prophet sprach seine Frauen mit persönlichen Kosenamen an und zeigte jederzeit seine Liebe mit Taten und Worten. Hz. Aischa hatte einen originellen Spitznamen-„mein Augenlicht/ Nur meiner Augen“ nannte er sie.
Manchmal sprach er (sav) zu seinem „Augenlicht“: „O Aischa, rede, damit unser Trübsal durch die Zufriedenheit verdrängt wird!“
Er war ein Ehemann, dessen Kummer in seinem Herz durch ein Gespräch mit seinen Frauen erleichtert und verdrängt wurde. Wenn er von allen Richtungen mit Sorgen bedrängt wurde, nahm er die Hand seiner Frau : „Erleichtere mein Herz, O Aischa“, sagte er und gelang wieder zur inneren Ruhe.

Er war ein Spiegel von Dem, der Helfer, Gefährte und umsichtiger Freund seiende Refig


Wie viel Liebe passt in ein Herz?
Der Prophet sav fragte einst Ali ra: „Liebst du Allah?“ Ali ra bejahte augenblicklich. "Den Gesandten Allahs?" Dies wurde sofort bejaht.
„Und Fatima?“, fragte er sav weiter. „Ja, natürlich“ „Und deine Söhne Hasan und Hüseyin?“ Dies wurde auch spontan bejaht.
„O Ali, wie kann so viel Liebe in ein einziges Herz passen?“ Auf diese Frage wusste Ali ra keine Antwort und zu Hause angekommen erzählte er den Vorfall seiner Frau. Fatima ra war über ihren Mann sehr erstaunt und sprach: „Geh und richte dem Gesandten Allahs aus, dass die Liebe zu Allah aufgrund deines Imans und auch Verstandes kommt. Die Liebe zu dem Propheten kommt unmittelbar aus deinem Herzen aufgrund deiner Zuneigung und Freundschaft zu ihm. Die Liebe zu mir ist aufgrund deines Nefs vorhanden und die Liebe zu unseren Kindern kommt aus deinem Vaterschaftsgefühl. Was ist daran so unerklärlich?“
Als unser Prophet sav diese Antwort von Ali ra hörte, lächelte er. „Diese Frucht scheint vom Baume der Prophetensilsila (Verkettung) zu kommen.“

Er war ein Spiegel von dem alles Wahre Wissenden Maruf



Taktgefühl

Unser Prophet war stets höflich und taktvoll und betrat beispielsweise die Räume seiner Frauen nie ohne zuvor anzuklopfen. Er besuchte seine Frauen in der Rheienfolge einer gerechten Wochenaufteilung. Eines Tages klopfte er bei Aischa ra an, ohne dass der gewöhnlich ihr zugeteilte Tag gekommen war. Er erhielt keine Antwort und klopfte nochmals. Noch immer war keine ihn hereinlassende Stimme zu vernehmen. So wartete er sav. Nach einiger Zeit ließ ihn Aischa ra doch eintreten. „Hast du mein Klopfen an der Tür nicht gehört?“ „Doch, habe ich.“ Der Prophet fragte nicht weiter und machte ihr keinen Vorwurf, warum sie den Gesandten Allahs und ihren Ehemann hatte warten lassen. Daraufhin erklärte Aischa ra ihr Verhalten von selbst: „Ich wollte, dass alle anderen Frauen auch hören, dass du mich auch außerhalb der regulären Tage besuchen kommst.“
Mit diesem Entgegenkommen zeigte unser Prophet wieder einmal, wie taktvoll und geduldig er war.

Er war ein Spiegel des Fehler und Makel Bedeckenden Settars


Kurz vor seinem Tod
Es war in den letzten Lebenstagen unseres Propheten sav.
Die Frauen des Propheten hatten sich untereinander geeinigt, dass unser Prophet im Zimmer von Aischa ra bleiben sollte, denn ein Hin und Her würde seine wachsenden Krankheit auch noch beschleunigen. An dem Tag hatte Aischa ra große Kopfschmerzen und wehklagte darüber. Trotz des Ernstes seiner schlechten Lage machte unser Prophet einen Scherz: „O Aischa, eigentlich müsste ich nörgeln und mich beklagen.“ Er fuhr fort:“Ginge es nicht, dass du vor mir sterben könntest, ich würde deine Totenwaschung vollziehen und der Imam deines Totengebetes sein, was hälst du davon?“ Hz Aischa nahm ihm diesen Schmerz jedoch übel: „Du willst also,dass ich sterbe? Wenn ich vor dir sterben würde, wärest du noch am gleichen Tag bei deinen anderen Frauen!" Dass Hz. Aischa seinen Scherz nicht verstanden hatte und sich so eifersüchtig äußerte, gefiel unserem Propheten. Er sav lachte daraufhin - seit dem Tode seines Sohnes Ibrahim hat man ihm zum ersten Mal so lachen sehen.

Er war ein Spiegel des alles Wohlordnenden und in einer schönen Form Darbietenden Munazzim


Aus: "Peygamberimiz Kadinlara Nasil Davranirdi?" Nuriye Celegen
Nesil Yayinlari, ISBN 975-269-153-6